Prokon Regenerative Energien hat heute einen Insolvenz­antrag gestellt. Gut 75 000 Anleger haben rund 1,4 Milliarden Euro in Genuss­rechte der Prokon-Tochtergesell­schaft investiert. Sie können nun fürs Erste nichts mehr tun, um ihre Forderungen individuell durch­zusetzen. Es bleibt nun abzu­warten, ob und wann das Insolvenzge­richt dem Antrag statt­gibt.

Insolvenzge­richt muss über Antrag entscheiden

Zum vorläufigen Insolvenz­verwalter hat das Insolvenzge­richt den Hamburger Rechts­anwalt Dietmar Penzlin bestellt. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 28 IN 11/14 beim Registerge­richt Pinne­berg. Anleger können nun keine individuellen Forderungen mehr durch­setzen, etwa über Zwangs­voll­stre­ckungen. Es hat auch keinen Sinn mehr, Klagen gegen die Gesell­schaft einzureichen. Diese würden ohnehin ausgesetzt. Die Anleger müssen nun abwarten, ob und wann das Registerge­richt dem Insolvenz­antrag statt­gibt und dann verfolgen, ob und wann sie gegebenenfalls Forderungen anmelden können. Das kann dauern.

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Was sollten Anleger jetzt tun?

Sollte ein Insolvenz­verfahren eröffnet werden, müssen sich Anleger erst einmal keine Sorgen machen, dass sie Fristen verpassen. Bei Insolvenzfällen mit vielen Betroffenen schreiben die Insolvenz­verwalter häufig die ihnen bekannten Gläubiger von sich aus an. Dennoch ist es sinn­voll, alle Informationen über den Fall genau zu verfolgen, denn es kann vorkommen, dass die Daten nicht voll­ständig sind, auf die der Insolvenz­verwalter Zugriff hat. Sollten Anleger vergessen werden, könnten sie sich dann selbst bei einem Insolvenz­verwalter melden. Unter www.insolvenzbekanntmachungen.de sind offizielle Mitteilungen zu finden.

Am Ende ging es ganz schnell

Noch vor wenigen Tagen hatte Prokon mitgeteilt, der Gesell­schaft liege ein Gutachten vor, wonach gekündigte Genussrechte nicht als fällig anzusehen sein könnten und damit auch ein Insolvenz­antrag abge­lehnt werden müsste. Prokon wollte dazu ein Rechts­gut­achten einholen. Es bleibt daher spannend, wie das Gericht darüber entscheiden wird.

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