Prokon Meldung

Einen „absoluten Spitzen­platz“ in der deutschen Wirt­schaft bescheinigt sich selbst die Wind­kraft­gesell­schaft Prokon aus Itzehoe in Post­wurfsendungen, in denen sie um Strom­kunden und Anleger für neue Genuss­rechte wirbt. Die Platzierung misst sie an der Eigen­kapitalquote, die im Januar 2013 mit Genuss­rechts­kapital 94 Prozent betragen habe. Eine hohe Quote kenn­zeichne in der Regel „besonders zuver­lässige und finanziell unabhängige Unternehmen“.

Keine Rede ist davon, dass die Eigen­kapitalquote wohl deutlich sinken wird: Die Genuss­rechte wurden umge­stellt. Anleger können alte Genuss­rechte ebenso wie eine Variante der neuen Papiere schnell kündigen. Im Verkaufs­prospekt erläutert Prokon, dass die Genuss­rechte künftig wohl als Fremd­kapital ausgewiesen werden müssen. Die Eigen­kapitalquote könnte damit auf sehr geringe Werte fallen.

Prokon äußert sich auf Nach­frage nicht, erklärt aber in der Werbung, Unternehmen mit nied­riger Eigen­kapitalquote könne schon eine kleine Konjunkturdelle „in Schwierig­keiten bringen“. Das Risiko tragen die Anleger, denn Prokon muss ihre Forderungen nicht bedienen, wenn nicht genug Geld da ist. Prokon steht auf unserer Warn­liste (test.de/warnliste).

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