Progressive Bilddarstellung Meldung

Neben der 100-Hertz-Technik bei Fernsehgeräten geistert eine weitere bildverbessernde Technik durch Gazetten und Prospekte: die progressive Bilddarstellung ("Progressiv Video"). Der Begriff hat mit fortlaufender Bildwiedergabe zu tun und bedeutet insofern auch Fortschritt.

Der Hintergrund: Kino wie Fernsehen gaukeln dem trägen menschlichen Auge durch genügend viele Einzelbilder eine Bewegung vor. Das Fernsehen setzt auf 25 Bilder pro Sekunde, aufgeteilt in 576 waagerechte Zeilen. Und die werden nicht auf einmal übertragen, sondern erst die ungeradzahligen (Zeilen 1, 3, 5, 7 ...) und dann die geradzahligen (Zeilen 2, 4, 6, 8 ...) Dieses Verfahren heißt Zeilensprungverfahren. Sein Nachteil: Waagerechte oder schräge Linien im Bild haben Zacken wie eine feine Säge.

Die neue Technik soll damit aufräumen. Denn progressive Bilddarstellung heißt: Alle Zeilen werden auf einmal dargestellt. Dabei entfallen die Sägezähne. Einige Top-DVD-Player können bereits Platten, die für den amerikanischen Videostandard NTSC gemacht sind, progressiv wiedergeben, Spieler für die in Europa übliche Pal-Norm sollen noch in diesem Jahr folgen. Der Nutzen ist aber begrenzt: Nur einige Projektoren und Plasma-Bildschirme verkraften die progressive Kost von der Videoquelle, leider aber nur verschwindend wenige ­ sehr teure ­ Fernsehgeräte.

Daher ist es besser, wenn der Fernsehapparat die progressive Darstellung selbst erzeugt. Die Top-Modelle von Sony und Panasonic können das, auch einige Videoprojektoren. Statt 100 Hertz stellen sie wahlweise auch Bilder ohne Zeilensprung dar. Der Vorteil: Von allen Videoquellen, wie VHS-Videorekordern, Camcordern oder gar digitalen Fotokameras, gibt es Video ohne Zeilensprung ­ und nicht nur von der DVD. Der Nachteil: Helle Bildpartien flackern dann ­ wie auf jedem althergebrachten 50-Hertz-TV-Gerät.

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