Ein neu abgeschlossener Arbeitsvertrag gilt im Normalfall unbeschränkt und ist nicht automatisch auf die Dauer der Probezeit befristet. Das entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Az. 3 Sa 99/01).

Eine Verkäuferin hatte einen Arbeitsvertrag unterzeichnet, in dem die Klausel stand: "Das Arbeitsverhältnis steht während der ersten sechs Monate unter dem Vorbehalt einer Probezeit. Danach gilt das Arbeitsverhältnis als unbefristet." Wenig später wurde ihr gekündigt. Als die Frau kurz darauf schwanger wurde, zog der Arbeitgeber die Kündigung zurück. Der Vertrag sei ja ohnehin mit der Probezeit beendet. Die Verkäuferin wehrte sich dagegen und bekam Recht.

Die Richter urteilten, dass es keine gesetzliche Bestimmung gebe, wonach der Arbeitsvertrag auf Probe automatisch auf die Dauer der Probezeit befristet sei. Wenn der Arbeitgeber das wolle, müsse er es eindeutig in den Vertrag schreiben. Die im Fall gewählte schwammige Klausel reichte nicht aus. Damit galt der Vertrag weiter.

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