Probefahrt Meldung

Ob mit zwei, drei oder vier Rädern: Wer ein ­Gefährt vom Händler Probe fährt, darf darauf vertrauen, das es kaskoversichert ist.

Beschädigt ein Autokäufer bei der Probefahrt den Wagen, muss er nicht automatisch haften, sofern der Verkäufer ein Händler ist.

So kam ein Mann mit dem Schrecken davon, als er bei der Probefahrt ein ­Trike, einen Mix aus Motorrad und Pkw, zerstörte. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied, dass der Fahrer nicht zahlen muss ( Az. 12 U 1360/01).

Entscheidend war, dass der Fahrer den Unfall nur fahrlässig verursacht hatte und nicht mit einem besonders schwerwiegenden Verschulden. Diese Voraussetzung ist gerade bei Probefahrten meist erfüllt. Schließlich gibt es hier ein höheres Unfallrisiko, da die Fahrer mit dem Gefährt oft nicht vertraut sind. Zudem soll der Käufer auch einmal schneller und schärfer als üblich fahren können, um den Wagens kennen zu lernen.

Der Trikefahrer hatte auf dem Hof des Händlers einen geparkten Wagen gestreift, war deshalb von der Kupplung gerutscht und ins Schleudern gekommen. Das bewerteten die Richter nur als leichte Fahrlässigkeit. Dem Händler sei zuzumuten, für Probefahrten eine Kaskoversicherung abzuschließen. Hat er das nicht getan, muss er den Käufer ausdrücklich darauf hinweisen.

Tipp: Vorsicht bei Probefahrten, wenn der Verkäufer nicht Händler, sondern Privatperson ist. Hier haften Fahrer zumeist auch für Schäden durch leichte Fahrlässigkeit. Klären Sie vor der Fahrt, wer bei einem Crash haftet.

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