Privatverkauf Meldung

Verkaufen Privatleute Autos, Möbel oder Kleider binnen einem Jahr mit Verlust, erhalten sie vielleicht bald einen Steuerrabatt. Daher sollten sie schon jetzt alle Belege aufheben. test.de gibt einen Überblick.

Für den Bundesfinanzhof ist die Sache klar: Wer ein Gebrauchtauto weniger als ein Jahr besitzt und mit Verlust verkauft, kann das Finanzamt anzapfen. Das hat ein Cabriofahrer erreicht (Az. IX R 29/06).

Noch ist nicht sicher, ob die Finanzämter das Urteil anwenden. Doch jeder sollte Belege aufheben. Denn wenn das Bundesfinanzministerium die Ämter in die Pflicht nimmt, ist das Motorrad, die Esszimmergarnitur oder das Ballkleid, das im Jahr nach dem Kauf mit Verlust den Besitzer wechselt, ein Fall für die Steuererklärung.

Dann müssen die Finanzbeamten solche Verkäufe als private Veräußerungsgeschäfte anerkennen und die Verluste mit Gewinnen aus anderen Geschäften verrechnen.

Mit Fonds, Aktien und Antiquitäten, die binnen Jahresfrist neue Käufer finden, tun sie das seit Jahren. Auch Verluste aus dem Verkauf von vermieteten Immobilien, die der Besitzer keine zehn Jahre hatte, zählen.

Die Rechnung könnte bald so aussehen: Ein Anleger verkauft innerhalb eines Jahres sein Auto mit 2  500 Euro Verlust und das Ballkleid seiner Frau mit 500 Euro Minus. Er hat außerdem Fonds im Jahr nach dem Kauf mit 3 000 Euro Gewinn verkauft. Zieht das Finanzamt davon den Verlust von 3 000 Euro ab, spart der Mann mit 30 Prozent Steuersatz 900 Euro Steuern für den Fondsgewinn (30 Prozent für 3 000 Euro).

Hat er dieses Jahr zu wenig Gewinne zum Verrechnen, gibt er seine Verluste trotzdem in der Steuererklärung an. Das Finanzamt verrechnet sie mit Gewinnen aus dem vergangenen Jahr oder aus künftigen Jahren.

Steueränderungen ab 2009

Für Wertpapiere, die Anleger ab 2009 kaufen, gelten aber neue Regeln. Ihr Verkauf ist kein privates Veräußerungsgeschäft mehr.

Anleger können von Gewinnen mit diesen neuen Wertpapieren nur Altverluste aus der Zeit vor 2009 abziehen lassen, nicht aber Verluste aus neuen privaten Veräußerungsgeschäften. Oder sie nehmen Gewinne aus vor 2009 gekauften Finanzinnovationen wie Zerobonds zum Verrechnen.

Ein Beispiel: Ein Anleger hat im Jahr 2009 Fonds gekauft und später mit 4000 Euro Gewinn verkauft. Das Finanzamt zieht davon 3 000 Euro Altverlust aus einem Autoverkauf vor 2009 ab. Für die 1 000 Euro, die vom Fondsgewinn übrig bleiben, sind 250 Euro (25 Prozent) Abgeltungsteuer fällig. Das Finanzamt hat aber bereits 1 000 Euro von der Bank erhalten (25 Prozent von 4 000 Euro). Der Anleger kann 750 Euro über die Steuererklärung zurückholen.

Ab dem Jahr 2014 geht diese Rechnung nicht mehr. Altverluste sind dann nicht mehr mit Gewinnen aus Wertpapierverkäufen zu verrechnen – nur noch mit denen aus anderen Veräußerungsgeschäften.

Wenn künftig Verluste aus Autoverkäufen mitzählen, wären auch Gewinne daraus steuerpflichtig. Die sind aber selten.

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