Alltagsgeschäfte sind neuerdings ein Fall für das Finanzamt: Wer sein neues Autos oder Segelboot innerhalb eines Jahres mit Verlust verkauft, kann die Miesen absetzen. Im Gegenzug sind Gewinne ab 600 Euro im Jahr steuerpflichtig.

Die Finanzämter wenden mittlerweile ein Urteil des Bundesfinanzhofs an, nachdem das Bundesfinanzministerium dieses im Frühjahr veröffentlicht hat (Az. IX R 29/06; BStBl 2009 Teil II, S. 296).

Die Richter hatten schon länger entschieden, dass der An- und Verkauf von Alltagsgegenständen binnen Jahresfrist ein privates Veräußerungsgeschäft ist. Damit behandeln sie Autos, Boote und Computer so wie bisher Antiquitäten und anderen Luxus. Der Verkauf von vermieteten Immobilien, die nach weniger als zehn Jahren neue Käufer finden, war früher ebenfalls schon ein Fall für das Finanzamt. Das Gleiche gilt für Fonds und Aktien, die bis 2008 gekauft wurden und weniger als ein Jahr im Depot lagen.

Der Gewinn oder Verlust ergibt sich so:

Veräußerungspreis
– Anschaffungskosten
– Veräußerungskosten (z. B. Maklergebühr)
= Gewinn oder Verlust

Bei mehreren Verkäufen wird verrechnet.

Beispiel: Marc Klein hat eine im Jahr 2000 angeschaffte vermietete Eigentumswohnung mit 20 000 Euro Gewinn verkauft. Das Auto, das von Januar bis November 2008 in seinem Besitz war, hat ihm 2 000 Euro Verlust gebracht:

Gewinn Wohnungsverkauf: 20 000 Euro
Verlust Autoverkauf: – 2 000 Euro
Gewinn 2008: = 18 000 Euro

Tipp: Geben Sie Verluste auch an, wenn es zu wenig Gewinne zum Verrechnen gibt. Restbeträge schmälern Gewinne aus 2007 oder in künftigen Jahren. Belegen Sie Gewinne, Verluste und die Zeit zwischen An- und Verkauf mit Rechnungen, Kaufverträgen und Überweisungen.

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