Unter nahen Angehörigen ist es üblich, Haus und Hof gegen Rentenzahlung zu übertragen. Das hat zwei Vorteile: Die neuen Besitzer brauchen wenig Eigenkapital und der Verkäufer sichert sich eine Altersversorgung. Allerdings muss der ehemalige Hausbesitzer einen Teil der Rente, die er als Gegenleistung für den Verkauf erhält, versteuern. Beginnt zum Beispiel die Rentenzahlung mit 64 Jahren sind 28 Prozent vom jährlichen Betrag (Ertragsanteil) als sonstige Einkünfte zu versteuern.

Dies sei jedoch verfassungswidrig, sagt der Bundesfinanzhof in einem Beschluss (Az. X R 32/01 und 33/01). Denn der Ertragsanteil einer solchen Gegenleistung für den Verkauf von Privatvermögen sei nichts anderes als pauschal ermittelte Zinsen. Und diese gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Bestätigt das Bundesverfassungsgericht diese Ansicht, bliebe zumindest so viel Ertragsanteil steuerfrei, bis der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist.

Tipp: Betroffene sollten den Ertragsanteil einer solchen Rente in ihrer Steuererklärung als Kapitaleinkünfte angeben. Wie hoch er ist, erfahren sie beim Finanzamt. Winken die Beamten ab, legen sie Einspruch ein und beantragen das Ruhen des Verfahrens, bis das Bundesverfassungsgericht entschieden hat.

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