Privatpatienten Meldung

Privatpatienten müssen gut rechnen, um jedes Jahr die optimale Erstattung zu bekommen.

Selbst getragene Krank­heits­kosten sind keine Sonder­ausgaben, hat das Finanzge­richt (FG) Baden-Württem­berg entschieden (Az. 6 K 864/15). test.de schildert den zugrunde liegenden Fall und erklärt, warum die FG-Entscheidung auch vor dem Bundes­finanzhof Bestand haben dürfte.

Der Fall

Ein Privatpatient hatte im Laufe eines Jahres einen Teil seiner Arzt­rechnungen selbst gezahlt und diese Kosten in seiner Steuererklärung zusätzlich zu seinen Versicherungs­beiträgen angegeben. Für beides zusammen beantragte er einen Sonder­ausgaben­abzug. Finanz­amt und Finanzge­richt lehnten das ab. Zwar geht der Fall nun vor den Bundes­finanzhof, aber es ist mehr als fraglich, ob das dem Mann etwas nützt. Warum?

Hintergrund

Privat Kranken­versicherte stehen aus steuerlicher Sicht jedes Jahr vor der Frage, welche Kosten sie ihrer Versicherung melden oder doch lieber selbst zahlen. Beiträge zu Kranken- und Pflege­versicherung sind nämlich Sonder­ausgaben. Reichen sie ihre Rechnungen beim Versicherer ein, zahlen sie die vollen Beiträge und setzen die Beiträge als Sonder­ausgaben in der Steuererklärung an. Bezahlen sie eine Rechnung privat und bekommen sie dafür Beiträge vom Versicherer erstattet, fällt ihr Sonder­ausgaben­abzug geringer aus.

Außergewöhnliche Belastung

Selbst getragene Krank­heits­kosten lassen sich zwar als außergewöhnliche Belastung geltend machen, allerdings nicht voll­ständig: Kosten bis zu einem gewissen Betrag selbst zu tragen, gilt gesetzlich als zumut­bar (Steuertipps zum Jahresende). Im Fall vor dem Finanzge­richt Baden-Württem­berg ging der Patient leer aus, weil er nicht genug Ausgaben zusammenbe­kommen hatte, um seine außergewöhnliche Belastungs­grenze zu über­schreiten.

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