Privatleistungen beim Arzt Patienten fühlen sich unter Druck gesetzt

Privatleistungen beim Arzt - Patienten fühlen sich unter Druck gesetzt
Bei Verdacht auf grünen Star zahlt die Kasse die Messung des Augen­innen­drucks. Privat kostet sie zwischen 10 und 22 Euro. © laif / Keystone Schweiz

Die Hälfte aller Kassenpatienten bekommt beim Arzt „individuelle Gesund­heits­leistungen“ angeboten, die Patienten selbst zahlen müssen (zum Vergleich Krankenkassen). Die meist­verkauften Zusatz­leistungen wie die Augen­innen­druck­messung zur Früh­erkennung des grünen Stars (Glaukom) und die Ultra­schall-Unter­suchung der Eier­stöcke zur Krebs­früh­erkennung sind jedoch medizi­nisch nicht zu empfehlen, warnt der Medizi­nische Dienst des Spitzen­verbands der gesetzlichen Kranken­versicherung (MDS).

Der MDS kritisiert, dass viele Angebote sich nicht am medizi­nischen Nutzen orientieren, sondern an Umsatz­interessen der Ärzte. Mehr als ein Drittel der Patienten fühlte sich laut einer aktuellen Umfrage des MDS sogar unter Druck gesetzt.

Tipp: Informieren Sie sich über Selbst­zahlerleistungen, Nutzen und Preise auf dem MDS-Portal (igel-monitor.de). Sie erfahren dort auch, welche Unter­suchungen die Krankenkasse bei den Beschwerden bezahlt, für die der Arzt Privatleistungen anbietet.

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MRegine am 02.12.2018 um 16:16 Uhr
Falsche Verallgemeinerung

Ich finde es schade, dass die Stiftung Warentest sich hier ohne jegliches Hinterfragen hinter dem MDS stellt. Sicher sind nicht alle vom Arzt empfohlene iGeL-Leistungen sinnvoll und Umsatzinteresse spielt manchmal mit. Man darf aber auch nicht vergessen, dass der MDS ein gewisses Interesse daran hat, bei den gesetzlichen Krankenkassen Kosten einzusparen.
Dabei findet man in den Empfehlungen des MDS wiederkehrend den Fehler, dass statistische Ergebnisse, die für die Mehrheit gelten, falsch verallgemeinert werden und auf alle angewendet werden. D.h. weil der Nutzen einer Untersuchung bei der Mehrheit nicht erwiesen ist, erklärt man sie generell für nutzlos, und verbietet ihren Einsatz auch bei der Minderheit, bei der sie sehr wohl sinnvoll wäre. Ein Beispiel wären manche Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt, die flächendeckend zwar nicht zu empfehlen sind, aber bei stark kurzsichtigen Patienten sehr wohl.