Kredite unter Bekannten: Einfache Regeln für reiche Freunde

Privatkredite Meldung

Unkomplizierter als über Kreditplatt­formen im Internet funktioniert das Darlehen direkt zwischen Freunden oder Verwandten. Im Grunde reicht es, wenn sich beide Seiten einig sind. Formvorschriften oder gar die Pflicht, einen Darlehensvertrag beim Notar zu schließen, gibt es nicht.

Schriftform

Es ist aber vernünftig, die Darlehensvereinbarung schriftlich zu treffen. Sonst hat der Darlehensgeber das Nachsehen, wenn es zum Streit kommt. Er muss beweisen, dass er das Geld als Darlehen und nicht etwa als Geschenk vergeben hat oder ob ein Zins vereinbart wurde.

Absprachen

Es empfiehlt sich, die Kreditsumme und das Datum der Auszahlung aufzuführen. Sind sich beide einig, dass das Darlehen unverzinst sein soll, schreiben sie das am besten auf. Soll das Darlehen verzinst werden, dann kann das etwa so formuliert werden: „Das Darlehen ist ab ... (Datum) jährlich mit ... Prozent (Zinssatz) zu verzinsen.“ Eine gängige Regelung wäre: „Der Zins ist jeweils bis zum dritten Werktag eines Kalendervierteljahres für das vorangegangene Kalendervierteljahr zu zahlen.“

Zins

Die Höhe des Zinses können die Vertragspartner frei bestimmen. Überschreitet er aber das Doppelte dessen, was Banken üblicherweise nehmen, ist das Wucher. Dann ist die Vereinbarung ungültig und es wird gar kein Zins fällig.

Rückzahlung

Der Zeitpunkt der Rückzahlung gehört in die Vereinbarung. Sonst gilt die gesetzliche Regel, dass der Kredit jederzeit mit Dreimonatsfrist gekündigt werden kann. Ist die Frist um, muss das Geld auf dem Tisch liegen. Zahlt der Kreditnehmer nicht, kann der Darlehensgeber über das Amtsgericht einen Mahnbescheid ­schicken und, wenn der Schuldner dem nicht widerspricht, einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Er kann auch gleich vor Gericht ziehen.

Sicherheit

Leichter haben es Darlehensgeber, wenn ihr Schuldner eine ­Sicherheit, etwa seinen Wagen, bietet und das so im Vertrag steht. Der Schuldner übergibt nur die Zulassungsbescheinigung und kann weiter fahren.
Wer so etwas vereinbaren will, sollte sich vom Anwalt helfen und regeln lassen, dass der Darlehensgeber unmittelbar „in den Wagen zwangsvollstrecken kann“, wenn er das Geld nicht wie vereinbart bekommt. Der Gerichtsvollzieher pfändet dann kurzerhand das Auto, versteigert es und zahlt dem Darlehensgeber vom Erlös, was ihm zusteht.

Steuer

Läuft alles glatt, muss ein Darlehensgeber nur an die Steuer denken. Seine Zinserträge muss er versteuern, wenn sie die steuerfreie Grenze von 801 Euro (bei Ehepaaren 1 602 Euro) übersteigen. Er muss sie also in der Steuererklärung aufführen.

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