Privathaftpflichtversicherung Meldung

Eine private Haftpflichtversicherung braucht jeder. Doch manche Verträge sind teuer und schützen schlechter als so manch billigere. Die Analyse der Stiftung Warentest nennt günstige Angebote.

Die Haftpflicht ist einfach: Einmal abgeschlossen, schützt die Versicherung vor Risiken, die im Alltag überall lauern. Doch es gibt zahlreiche Ausschlüsse, von denen viele gar nichts wissen. Deshalb lohnt es sich, in die Unterlagen zu schauen: Ist der Heizöltank mitversichert? Oder das Verlieren eines Schlüssels für die teure Schließanlage? Und was, wenn der Nachbar bittet, mal kurz auf den Hund aufzupassen?

Außerdem sind in den letzten Jahren viele Risiken neu hinzugekommen, beispielsweise das unbeabsichtigte Versenden von Viren im Internet. Oder die Versicherer bieten Leistungen, die es früher nicht gab, etwa die Forderungsausfalldeckung: Wenn zum Beispiel ein Autofahrer einen Unfall baut, weil ein unversicherter Radler die Vorfahrt missachtet hat, kann es sein, dass er auf dem Schaden sitzenbleibt, wenn der Radler zahlungsunfähig ist. Wer dann Forderungsausfall mit abgeschlossen hat, erhält Geld von der eigenen Privathaftpflicht.

In vielen Altverträgen ist mittlerweile auch die Versicherungssumme zu niedrig. Wir empfehlen mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden. Die Leistungen sind je nach Anbieter unterschiedlich, sollten aber zumindest folgenden Grundschutz bieten:

Mietsachen: Der Schutz muss in der eigenen Wohnung gelten, in einer gemieteten Ferienwohnung und im Schrebergarten.

Allmählichkeitsschäden: Wenn der Kunde versehentlich eine Leitung anbohrt und langsam austretendes Wasser die Deckenbalken aufweicht, muss das versichert sein.

Gewässerschäden: Wenn beim Anstreichen Lösungsmittel ausläuft oder die Terpentindose im Keller leck ist, können teure Schäden am Grundwasser entstehen.

Abwässer: Hier sind Schäden im Gebäude versichert, zum Beispiel solche, die durch ein verstopftes Rohr entstehen.

Tiere: Hüten fremder Hunde und Pferde.

Ausland: Bei einem Auslandsaufenthalt in der EU greift der Versicherungsschutz drei Jahre, außerhalb der EU ein Jahr.

Ferienwohnung: Das Mieten eines Ferienhauses im Ausland sollte versichert sein.

Vorsorge: Risiken, die nach Abschluss des Vertrags neu entstehen, etwa wenn eine Familie einen Hund kauft, der prompt den Nachbarn beißt – noch bevor eine Tierhalterhaftpflichtpolice abgeschlossen wurde.

EDV: Schäden, die beim Internetsurfen entstehen, beispielsweise durch die Übertragung von Computerviren.

Zusätzliche Leistungen

Über den Grundschutz hinaus lässt sich noch viel mehr absichern, zum Beispiel:

Kinder: Solange sie noch in Ausbildung sind, versichern die meisten Anbieter unverheiratete Kinder über die Eltern mit, auch wenn sie volljährig sind. Nach der Ausbildung aber nicht mehr.

Deliktunfähig: Kinder unter sieben Jahren, im Straßenverkehr sogar unter zehn Jahren, sind schuldunfähig. Wenn sie einen Schaden anrichten, müssen sie nicht zahlen – und auch nicht die Eltern, solange sie ordentlich aufgepasst haben, und ebenso wenig die Haftpflichtversicherung. Wenn die Eltern aber trotzdem wollen, dass zum Beispiel der Nachbar Geld bekommt, weil Sohnemanns Fußball in seinem Gewächshaus landete, müssen sie das mitversichern.

Bau: Kleine Vorhaben, meist bis 25 000 Euro, sind mitversichert, größere nicht.

Schlüssel: Wenn Mieter den Schlüssel verlieren, kann eine neue Zentralschließanlage mehrere tausend Euro kosten.

Vermietung: Wer das Haus selbst bewohnt und nur wenige Zimmer vermietet, kann sich über die Privathaftpflicht absichern. Werden mehr als drei Zimmer vermietet, ist ein separater Haus- und GrundbesitzerHaftpflichtvertrag erforderlich.

Heizöl: Nur oberirdische Tanks bis 5 000 Liter können mitversichert werden. Für größere oder unterirdische Tanks ist eine Gewässerschadenhaftpflicht nötig.

Gefälligkeit: Wer anderen aushilft, zum Beispiel einem Freund beim Umzug, muss nicht zahlen, wenn ihm dabei ein Malheur passiert – und also auch nicht die Haftpflichtversicherung. Wer trotzdem von ihr Geld möchte, um die Freundschaft zu erhalten, kann auch das mitversichern.

Geliehenes: Schäden an geliehenen oder gemieteten Sachen sind ausgeschlossen. Wer vom Freund den Beamer leiht und versichert sein will, falls das Gerät vom Tisch rutscht, sollte das mitversichern.

Surfen, Boote: Surfer sollten sicherstellen, dass ihr Sport mitversichert ist. Kleine Motorboote können einbezogen werden, für größere ist ein separater Vertrag nötig.

Tagesmutter: Wer gewerblich auf Kinder aufpasst, muss das extra versichern.

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