Wer Sachen von Bekannten in Verwahrung nimmt, kann bei einem Schaden nicht unbedingt auf seine Haftpflichtversicherung vertrauen. Denn „Verwahrverträge“ sind ausge­nommen. Anders ist das nur, wenn es sich um eine bloße Gefälligkeit handelt. So ging es einer Frau, in deren Laube ein Bekannter, der seine Wohnung verloren hatte, seinen Hausrat gelagert hatte. Als sie dort den Ofen anheizte, brannte die ganze Laube ab.

Die Frau habe ihm lediglich das Unterstellen erlaubt, ohne irgendwelche Obhutspflichten übernehmen zu wollen, meinte das Oberlandesgericht Brandenburg. Das sei eine reine Gefälligkeit (Az. 4 U 139/07). Dennoch ist ungewiss, ob der Bekannte Schadenersatz bekommt: Denn wer anderen einen Gefallen tut, haftet nicht für leichte Fahrlässigkeit. Nun muss festgestellt werden, ob die Frau grob fahrlässig gehandelt hat. Nur dann haftet sie, und nur dann muss ihre Haftpflichtversicherung einspringen.

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