Ein Privathaftpflichtversicherer scheiterte mit dem Versuch, die Kosten für einen Schaden auf die gesetzliche Unfallversicherung abzuwälzen. Der Kunde des Unternehmens hatte der Inhaberin eines Geschäfts beim Öffnen des Rollgitters vor ihrem Optikerladen helfen wollen. Beim Hochschieben des Gitters klemmte er ihr versehentlich den Finger ein. Sein Haftpflichtversicherer wollte für die Kosten nicht aufkommen und vertrat die Ansicht, die missglückte Hilfeleistung sei ein Arbeitsunfall gewesen.

Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen sah das anders und entschied: Wenn jemand der Inhaberin eines Ladens spontan Hilfe anbietet, wird er dadurch nicht zum Mitarbeiter des Geschäfts. Richtet er dabei einen Schaden an, ist dies also kein Arbeitsunfall, für den die gesetzliche Unfallversicherung zahlen muss ( Az. L 4 U 119/09).

Der Haftpflichtversicherer wird nun für den Schaden aufkommen müssen, falls im Vertrag Gefälligkeiten mitversichert sind. Leider greifen nicht alle Verträge, wenn der Versicherte jemandem hilft und dabei ein Schaden entsteht.

Tipp: Prüfen Sie, ob in Ihrer Haftpflichtpolice Gefälligkeiten mitversichert sind. Welche Policen dies bieten, zeigt unser Test private Haftpflichtversicherungen aus Finanztest 4/2010.

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