Privathaft­pflicht Meldung

Pech mit Klauseln im Vertrag: Gewalt­opfer können leer ausgehen, wenn die sogenannte Forderungs­ausfall­deckung einge­schränkt ist. So ging es auch Walter R. – er forderte von seinem Peiniger vergebens 15 000 Euro: Der Schläger hatte kein Geld, und Versicherer Asstel zahlte nicht.

Opfer einer Gewalt­tat

Walter R. aus der Nähe von Braun­schweig wurde von jungen Männern grund­los zusammen­geschlagen. Einer der Täter, ein 22-Jähriger, hatte den heute 60-Jährigen so atta­ckiert, dass er auf der Intensiv­station landete. Der Täter war polizei­bekannt und wegen ähnlicher Delikte verurteilt – auf Bewährung. R.s Straf­anzeige wurde einge­stellt: „Damit war ich nicht einverstanden, konnte aber nichts dagegen machen.“ Mögliche Entschädigungs­ansprüche entfielen. „Es ist natürlich bitter, als Gewalt­opfer leer auszugehen“, sagt R. Nach rund zwei Jahren Behand­lungen lag sein materieller Schaden bei rund 5 000 Euro und sein Schmerzens­geld­anspruch bei rund 10 000 Euro.

Forderungs­ausfall­schutz

Da der Schläger kein Geld hatte, wandte sich R. an seinen Privathaft­pflicht­versicherer. Vor Jahren hatte er beim Versicherer Asstel den Tarif Komfort abge­schlossen, der eine Forderungs­ausfall­deckung mit einschließt. Dann zahlt der Versicherer auch, wenn der Versicherungs­nehmer selbst einen Schaden erleidet und gesetzliche Ersatz­ansprüche gegen den Verantwort­lichen nicht durch­setzen kann – weil der Schuldige vielleicht keine Versicherung hat und auch sonst kein Geld. Doch der Versicherer lehnte es ab, zu zahlen. Im Klein­gedruckten war eine Leistung ausgeschlossen, wenn der Schädiger vorsätzlich handelt – das war hier der Fall.

Einschränkungen beachten

Wer einen Schaden über eine Forderungs­ausfall­deckung geltend macht, muss zunächst alle recht­lichen Möglich­keiten zur Durch­setzung von Ansprüchen gegen den Schädiger ausschöpfen. Der Anspruch muss durch Gerichts­urteil oder voll­streck­barem Vergleich begründet sein. Außerdem sind Schäden unter 2 500 Euro meistens nicht versichert. Wie in R.s Fall kann der Schutz weiteren Einschränkungen unterliegen, weil vorsätzliches Handeln eines Schädigers nicht mitversichert ist.

Tipp: Prüfen Sie in Ihrer Police, ob und in welchem Umfang Sie Schutz haben. Oft lohnt sich der Wechsel zu einer neuen Police. Der Versicherungsvergleich Privathaftpflicht der Stiftung Warentest ermittelt für Sie güns­tige Angebote.

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