Arbeitnehmern, die auf Firmenkosten unerlaubt privat telefonieren, darf der Arbeitgeber fristlos kündigen. Das gilt selbst für Betriebsratsmitglieder mit besonderem Kündigungsschutz.

So musste ein Mitarbeiter aus dem Betriebsrat sofort den Hut nehmen, der vom Dienstanschluss für über 1 300 Euro privat nach Mauritius telefoniert hatte. Der Betriebsrat stimmte der Kündigung mündlich zu. Der Mitarbeiter zog dagegen vor Gericht. Doch die Kündigung sei rechtens, urteilte das Bundesarbeitsgericht (Az. 2 AZR 147/03).

Heimliche Privattelefonate rechtfertigen den sofortigen Rauswurf, wenn sie einen erheblichen Umfang annehmen oder – wie in diesem Fall – erhebliche Kosten verursachen. Eine schriftliche Zustimmung des Betriebsrats ist nicht notwendig.

Tipp: Keine Panik, der Arbeitgeber darf nicht immer sofort kündigen. Hat er bisher Privatgespräche erlaubt, muss der Chef Quasselstrippen, die das überstrapazieren, in der Regel erst abmahnen, bevor er ihnen kündigt.

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