So haben wir getestet

Im Test

117 Tarif­angebote für eine private Unfall­versicherung für Berufs­tätige und Kinder. Finanztest hat alle in Deutsch­land für den Vertrieb einer Unfall­versicherung zugelassenen Versicherer gebeten, ihr güns­tigstes Tarif­angebot für eine private Unfall­versicherung unter Einhaltung folgender Vorgaben zu nennen: Die Tarife leisten ab 1 Prozent Invalidität. Bei einer Invalidität von 25 Prozent zahlt der Versicherer eine Kapital­leistung von mindestens 25 000 Euro, bei 50 Prozent mindestens 100 000 und bei Vollinvalidität mindestens 500 000 Euro. Die Todes­fall­leistung beträgt 10 000 Euro.

Tarif­angebot: Angegeben ist der Tarif­name, die Grund­versicherungs­summe und die Höhe der Progression. Bei Progression P500 erhält der Versicherte bei Vollinvalidität 500 Prozent der vereinbarten Grund­versicherungs­summe.

Jahres­beiträge

Die Beiträge gelten für Einjahres­verträge inklusive Versicherung­steuer. Der Vertrag verlängert sich auto­matisch um ein weiteres Jahr, wenn er nicht gekündigt wird. Bei alters­abhängigen Tarifen wurde bei Erwachsenen exemplarisch ein Alter von 35 Jahren angesetzt.

Nied­rige/Hohe Gefahrengruppe: Die Beiträge richten sich nach dem ausgeübten Beruf. In der nied­rigen Gefahrengruppe sind Kunden mit wenig gefähr­lichen Berufen, zum Beispiel kauf­männische Angestellte. Bei berufs­abhängigen Beiträgen in der höheren Gefahrengruppe wurde der Beruf des Kfz-Mechatronikers zugrunde gelegt.

Beitrag für Kinder: Für Kinder und Jugend­liche bis zum 18. Geburts­tag gilt in der Regel dieser Beitrag.

Finanztest-Qualitäts­urteil

In das Finanztest-Qualitäts­urteil gingen die Kapitalzahlung und die Verbraucherfreundlich­keit der Versicherungs­bedingungen sowie der Anträge ein.

Kapitalzahlung (50 %)

Das Urteil für die Kapitalzahlung ergibt sich aus dem gesamten Leistungs­verlauf zwischen 1 und 100 Prozent Invalidität. Tarife, die mindestens die unter „Im Test“ beschriebenen Leistungs­summen bieten und dazwischen linear verlaufen, wurden mindestens mit gut bewertet.

Bedingungen (40 %)

Die Bewertung der Verbraucherfreundlich­keit der Versicherungs­bedingungen ergibt sich aus dem Vergleich der Bedingungen eines Tarifs mit den Allgemeinen Unfall­versicherungs­bedingungen (AUB 2014) des Gesamt­verbands der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV). Wer sich an diesen Musterbedingungen orientiert, konnte nicht schlechter als ausreichend abschneiden. Bessere Noten konnten erzielt werden, wenn die Tarifbedingungen über das Niveau der AUB 2014 hinaus­gehen. Die Abweichungen von den Musterbedingungen sind jeweils wie folgt gekenn­zeichnet:

ja = Im Vergleich zu den AUB 2014 deutlich erweiterter Versicherungs­schutz.

eingeschränkt = Zumindest einge­schränkt erweiterter Versicherungs­schutz.

nein = Kein nennens­wert erweiterter Versicherungs­schutz.

Folgende Rege­lungen in den Bedingungen haben wir bewertet:

Gliedertaxe: Der Versicherer erkennt für bestimmte Gesund­heits­schäden höhere Invaliditäts­grade als in den AUB 2014 an.

ja= Die Gliedertaxe ist in dieser Tarif­variante mindestens 20 Prozent­punkte besser als die der AUB 2014.

Vorerkrankungen: Haben Vorerkrankungen zu der unfall­bedingten Invalidität beigetragen, vermindert der Versicherer den Invaliditäts­grad um den Anteil, der der Krankheit zuzu­schreiben ist. Üblich ist ein Abzug, wenn die Invalidität zu 25 Prozent oder mehr auf die Krankheit zurück­geht.

ja= Erst Abzug, wenn die Invalidität zu mindestens 50 Prozent auf die Vorerkrankung zurück­zuführen ist.

Fristen: Laut AUB 2014 gelten folgende Höchst­fristen: Die Invalidität ist binnen 15 Monaten nach dem Unfall einge­treten, sie wurde binnen 15 Monaten nach dem Unfall ärzt­lich fest­gestellt und inner­halb dieser 15 Monate auch gegen­über der Gesell­schaft geltend gemacht (15/15/15).

ja= Es gelten deutlich verlängerte Fristen (zumindest 21/24/24 Monate).

Trunkenheit/Medikamente: Laut AUB 2014 sind Leistungen bei Unfällen durch Bewusst­seins­störungen, auch durch Trunkenheit, ausgeschlossen.

ja= Der Versicherer leistet bei Unfällen aufgrund alkohol- und/oder medikamentenbe­dingter Bewusst­seins­störungen am Steuer eines Kraft­fahr­zeugs bis zu einem Blut­alkohol­wert von mindestens 1,1 Promille. Positiv bewertet wurde der Schutz bei Unfällen als Radfahrer oder Fußgänger unter Alkohol oder Medikamenten.

Schlag­anfall/Herz­infarkt:

ja= Der Versicherer zahlt auch, wenn der Unfall durch eine Bewusst­seins­störung wie eine Ohnmacht infolge eines Schlag­anfalls oder Herz­infarkts passiert ist.

Diabetes:

ja= Der Versicherer zahlt auch, wenn der Unfall durch eine Bewusst­seins­störung wie Ohnmacht infolge eines sogenannten Zucker­schocks passiert ist.

Eigenbewegungen:

ja= Der Versicherer zahlt auch, wenn der Unfall Folge einer Eigenbewegung wie einer Verrenkung war.

Zeckenbiss:

ja= Der Versicherer leistet sowohl, wenn durch einen Zeckenbiss FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) als auch Borreliose verursacht wurde.

Psychische Reaktionen:

ja= Der Versicherer zahlt auch bei psychischen Störungen aufgrund unfall­bedingter neurologischer Schäden.

Bergungs­kosten:

ja = Der Versicherer beteiligt sich mit mindestens 10 000 Euro an Rettungs­kosten, etwa auf See oder im Gebirge.

Kosmetische Operationen:

ja = Mindestens 10 000 Euro werden über­nommen, wenn unfall­bedingte optische Beein­trächtigungen operativ gemildert werden, die nicht in der Gliedertaxe aufgeführt sind.

Anträge (10 %)

Finanztest hat bewertet, inwieweit die Anträge (in Papierform oder elektronisch) folgende Anforderungen im Hinblick auf die Gesund­heits­fragen erfüllen:

  • Es wird in einem gesonderten Hinweis mit einfachen und deutlichen Worten auf die Folgen einer fehler­haften Beant­wortung der Gesund­heits­fragen (vorvertragliche Anzeige­pflicht) hingewiesen. Der Hinweis („Versicherer kann zurück­treten“, „... die Leistung verweigern“ etc.) ist optisch hervorgehoben und steht in der Nähe der Gesund­heits­fragen auf der Vorderseite des Formulars, vor allem vor der Unter­schrift des Kunden.
  • Die Fragen nach Erkrankungen sind zeitlich begrenzt.
  • Bei den Gesund­heits­fragen wird nur nach objektiven Tatbeständen (Krankheiten, Unfall­folgen, Behin­derungen) gefragt. Es gibt keine unbe­stimmten Fragen zum Beispiel nach „Störungen“, „Beschwerden“, „Auffälligkeiten“ oder Fragen wie „Sind Sie völlig gesund?“

Rege­lungen bei älteren Kunden (nicht bewertet)

Wir haben untersucht, wie der Versicherer mit älteren Kunden verfährt. Preis­aufschläge für Senioren sind möglich, wurden von uns jedoch nicht berück­sichtigt.

Unver­änderte Fortführung über 75 Jahre:

ja = Der Versicherer führt den Vertrag zu unver­änderten Konditionen auch über den 75. Geburts­tag hinaus fort.

Abschluss zu Normal­konditionen bis mindestens 65 Jahre:

Beim Abschluss gelten die Normal­konditionen für Ältere meist nicht mehr. In der Regel werden die Leistungen einge­schränkt oder der ältere Kunde muss höhere Beiträge zahlen.

ja= Der Neuabschluss zu den von uns bewerteten Normal­konditionen ist mindestens bis zum 65. Geburts­tag möglich.

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