Private Unfall­versicherung Meldung

Trost­pflaster: Manche Tarife bieten als Extra­leistung ein Gips­geld, zum Beispiel einmalig 1 000 Euro.

Eine private Unfall­versicherung soll schwere Unfall­folgen finanziell ­abfangen. Doch der Schutz greift seltener, als viele denken, und oft gibt es weniger Geld als erwartet. Im Gespräch mit test.de erklärt Finanztest-Versicherungs­experte Michael Nischalke, warum das so ist.

Wenn die Versicherung weniger zahlt als erwartet

Private Unfall­versicherung Meldung

Michael Nischalke ist Projekt­leiter bei der Stiftung Warentest.

Eine private Unfall­versicherung gehört zu den beliebtesten Policen. Rund 26 Millionen Verträge sind auf dem Markt. Oft erhalten Versicherte aber kein oder weniger Geld als erwartet. Warum?

Es gibt einige Miss­verständ­nisse: Die vereinbarte Geld­leistung erhält generell nur, wer einen bleibenden Gesund­heits­schaden hat. Durch den Unfall muss der Versicherte invalide, also dauer­haft in seiner Gesundheit beein­trächtigt sein.

Das heißt, nach einem Knochenbruch, Muskel- oder Bänderriss, der wieder ausheilt, gibt es kein Geld?

Richtig. Für eine Invaliditäts­leistung muss der Geschädigte mit Attesten und Gutachten von behandelnden Ärzten seine Invalidität nach­weisen. Viele Tarife sehen hier eine Frist von etwa 15 Monaten vor.

Tarife mit Progression wählen

Erhalten Versicherungs­nehmer als Invaliditäts­leistung immer die vereinbarte Grund­versicherungs­summe von zum Beispiel 100 000 Euro?

Nein. Versicherer legen in der Gliedertaxe fest, welchen Grad der Invalidität sie bei Verlust oder Funk­tions­beein­trächtigung eines Körperteils anerkennen. Ist etwa der große Zeh dauer­haft nicht mehr funk­tions­tüchtig, gibt es deutlich weniger Geld als bei einer dauer­haften Schädigung des Fußgelenks. Je nach Tarif gibt es für den Zeh vielleicht 5 Prozent der Versicherungs­summe, für das Fußgelenk 40 Prozent und für einen Arm 70 Prozent. Von Vorteil sind Tarife, die schon ab 1 Prozent Invalidität Leistungen vorsehen.

Auch gibt es Tarife ohne und mit Progression. Wir empfehlen letztere, weil der Kunde dann bei schwerer Invalidität ein Vielfaches der Grund­summe erhält.

Tipp: UnserTest von privaten Unfallversicherungen zeigt die besten Policen: Von 124 Angeboten im Test sind 5 sehr gut.

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