Private Unfallversicherung Übergewicht bleibt Geheimnis

15.07.2008

Knickt ein Freizeitsportler beim Fußballspielen auf unebenem Boden um, spricht dem ersten Anschein nach alles für einen Unfall, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az. 20 U 05/07). Der private Unfallversicherer könne eine Entschädigung nicht deshalb verweigern, weil der Mann sein Übergewicht und einen 17 Jahre zurückliegenden Bänderriss in der Schadenanzeige nicht als „Vorschäden“ angegeben hatte.

So erhielt ein Vater, der mit seinem Sohn gekickt und sich dabei verletzt hatte, doch noch eine Entschädigung von rund 8 000 Euro. Die fehlenden Angaben waren dem Mann nicht vorzuwerfen, urteilte das Gericht: Fettleibigkeit an sich sei keine Krankheit. Dass er sie dem Versicherer verschwiegen habe, sei keine grob fahrlässige Falschinformation. Zudem habe der Verletzte glaubhaft versichert, den früheren Bänderriss vergessen zu haben. Das Gericht sah keinen Beweis dafür, dass eine durch die alte Verletzung hervorgerufene Instabilität des Fußgelenks zum Umknicken geführt hatte.

15.07.2008
  • Mehr zum Thema

    Arbeits­unfähigkeit und Invalidität Wie Sie mit Versicherungen Ihr Einkommen absichern

    - Wer auf sein Arbeits­einkommen angewiesen ist, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Doch nicht jeder bekommt bezahl­baren Schutz. Die Stiftung...

    Private Unfall­versicherung im Test Alle Tarife im Über­blick

    - In der Print-Ausgabe von Finanztest 07/2021 haben wir alle sehr guten und guten (bis 1,7) Tarif­varianten dargestellt sowie die für Berufs­tätige der nied­rigen...

    Wohn­gebäude­versicherung im Test Alle Tarife im Über­blick

    - In der Wohn­gebäude­versicherung gibt es viele Tarife, die den Kunden mit einem Existenz gefähr­denden Risiko im Regen stehen lassen: Sie kürzen ihre Entschädigung, wenn...