Private Unfall­versicherung Test

Die Unfall­versicherung soll schwere Unfall­folgen finanziell abfangen. Doch nicht jede ist gut. Auch wer eine solche Police bereits besitzt, sollte den Vertrag über­prüfen. Viele Versicherungen leisten im Ernst­fall bei weitem nicht genug. In unserem großen Test von Unfall­versicherungen schneiden nur 5 von 124 Policen mit sehr gut ab.*

Viele Policen taugen nichts

Mehr als 26 Millionen Unfall­policen haben die Deutschen aktuell. Viele Versicherte haben sogar mehrere Verträge, die sie etwa mit einer Vereins­mitgliedschaft oder einer Kreditkarte „mitgekauft“ haben. Trotzdem sind viele dieser Menschen wahr­scheinlich nicht ausreichend geschützt. So fragte ein Finanztest-Leser kürzlich per Mail: „Ich habe seit 1992 eine Unfall­versicherung mit 20 000 Euro bei Vollinvalidität. Bin ich unter­versichert?“ Die Antwort ist klar: „Ja, Sie sind leider unter­versichert.“

Finanztest hat die besten Angebote für Sie ermittelt

Die guten Angebote sind nicht leicht zu finden. Die Versicherer über­schütten den Markt mit einer unüber­schaubaren Zahl von Angeboten. Um hier Trans­parenz zu schaffen, hat Finanztest für die aktuelle Unter­suchung vorgegeben, was eine Police mindestens leisten muss. Anschließend durfte jeder Versicherer einen Tarif aus seinem Angebot ins Rennen schi­cken. Aus tausenden möglichen Angebote haben die Tester so am Ende 124 Tarife heraus­gefiltert und bewertet – mit erfreulichem Ergebnis: Fünf Tarife erhielten die Bestnote sehr gut, 80 schnitten mit gut ab und die übrigen 39 mit befriedigend.**

Wofür die Unfall­versicherung gut ist

Nur 1,8 Prozent aller schwerbehinderten Menschen in Deutsch­land haben sich ihre Schwerbehin­derung durch einen Unfall zugezogen. Die Wahr­scheinlich­keit, nach einem Unfall schwere bleibende Schäden davon­zutragen, ist also gering. Dennoch kann es jeden treffen. Und das hat dann nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Folgen. Dem einen wird der Voll­zeitjob zu anstrengend, der andere kämpft mit höheren Ausgaben. Für solche Fälle ist eine Unfall­versicherung gut. Mit dem Geld aus der Police können Verletzte zum Beispiel eine Haus­halts­hilfe oder zusätzliche Physio­therapie bezahlen. Falls ein Umbau der Wohnung nötig wird – oder ein anderes Auto –, steht auch dafür genug Geld zur Verfügung. Zwar gibt es für solche Zwecke auch gesetzliche Zuschüsse, etwa von der Pflege­versicherung. Aber die Summen sind begrenzt, und die öffent­lichen Träger leisten nicht in jedem Fall.

Extreme Leistungs­unterschiede der Versicherer

Private Unfall­versicherung Test

Infografik: So viel Geld gibt es bei Invalidität.

Finanztest hat den Versicherern vorgegeben: Schon bei einer Invalidität von 50 Prozent müssen Versicherte mindestens 100 000 Euro bekommen, bei Vollinvalidität mindestens 500 000 Euro. Doch wie viel im Einzel­fall bezahlt wird, hängt von den Details der Versicherungs­bedingungen ab. Ein Beispiel: Laut den Musterbedingungen der Versicherungs­wirt­schaft wird einem Verletzten ein Invaliditäts­grad von 55 Prozent zugesprochen, wenn seine Hand komplett funk­tions­unfähig ist oder sogar amputiert werden musste. Um die Vorgabe für den Test zu erfüllen, muss eine Unfall­police für diesen Invaliditäts­grad mindestens 100 000 Euro leisten. Vom Testsieger bekäme der Versicherte 500 000 Euro, also das Fünf­fache.

Hintergrund: Bei den besten Tarifen im Test wird die kaputte Hand nicht nur mit einem Invaliditäts­grad von 55, sondern von 75 oder sogar 90 Prozent bewertet. Die Versicherer legen außerdem von Tarif zu Tarif unterschiedlich fest, in welchen Schritten die Leistung mit zunehmender Invalidität steigt. Diese beiden Faktoren bestimmen zusammen mit der Versicherungs-Grund­summe, wie leistungs­stark ein Tarif ist.

Das bietet Ihnen der Test

  • Test­ergeb­nisse. Test­ergeb­nisse für 124 Policen in der großen Tabelle – mit den Jahres­beiträgen für Erwachsene in hohen und in nied­rigen Gefahren­gruppen sowie für Kinder.
  • Grafik. Wie viel der Versicherer für welche gesundheitliche Beein­trächtigung zahlt, zeigt die Grafik zur Gliedertaxe.
  • Senioren­tarife. Ältere Kunden werden von den Unfall­versicherern oft mit Senioren­policen bedacht oder bekommen „normale“ Unfall­versicherungen mit deutlich schlechteren Konditionen. Hier lesen Sie, was davon zu halten ist.
  • Versicherungs­bedingungen. Die Unfall­versicherung zahlt längst nicht immer, wenn sich jemand verletzt. Damit ein Vorfall über­haupt als Unfall im Sinne der Versicherungs­bedingungen gewertet wird, müssen viele Voraus­setzungen erfüllt sein. Hier lesen Sie, worauf es ankommt.

Kein Ersatz für Berufs­unfähigkeits­versicherung

Wer sich für den Fall absichern will, dass er nicht mehr arbeiten kann, ist selbst bei der besten Unfall­versicherung falsch. Denn weit­aus mehr Arbeitnehmer und Selbst­ständige steigen krank­heits­bedingt aus dem Berufs­leben aus. Dann hilft eine Berufs­unfähigkeits­versicherung. Im letzten Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen schnitten 40 Angebote mit sehr gut ab. Das heißt jedoch nicht, dass eine private Unfall­versicherung für Berufs­tätige sinn­los wäre. Sie zahlt auch bei Arbeits­unfällen. Deshalb sind die Beiträge für Menschen mit gefähr­lichen Berufen höher. Wenn Sie den Test Unfall­versicherungen frei­schalten, erfahren Sie, wie Sie sich für den Fall der Erwerbs­unfähigkeit absichern können.

* Passage korrigiert am 17. September 2015

** Passage korrigiert am 21. Januar 2016

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TestPrivate Unfall­versicherungStand der Daten: 01.07.2015
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