Nach einem Unfall wurde das linke Auge eines Mannes, mit privater Unfallversicherung, operativ entfernt. Der Vertrag sah dafür eine Invaliditäts­leistung von 50 Prozent vor. Doch der Versicherer kürzte wegen Vorinvalidität auf 47 Prozent, denn der Mann trug vorher eine Brille, die medizi­nisch erforderlich und im Führer­schein vermerkt war, und hatte eine Rot-Grün-Schwäche in Form einer betonten Grünblindheit. Kürzungen wegen Vorerkrankungen sind bei Unfall­policen üblich.

Der Geschädigte erhielt 45 500 Euro, aber nicht die monatliche Unfall­rente von 1 000 Euro, die der Vertrag bei Invalidität ab 50 Prozent zusätzlich vorsah. Da der Mann 47 Prozent hatte, muss der Versicherer sie nicht zahlen (Ober­landes­gericht Hamm, Az. I-6 U 145/16).

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