Über­schüsse sollen die Rente aus einer privaten Renten­versicherung steigern. Doch sie sind nicht garan­tiert. Wer Pech hat, geht leer aus – dann sinkt die vorhergesagte Rente oft deutlich. Finanztest zeigt an einem Beispielfall, wie stark sich die Über­schuss­beteiligung auf die tatsäch­liche Höhe der Rente auswirkt.

Null Euro Über­schuss

Private Renten­versicherung Meldung

Rosi Philipp wird rund 200 Euro Rente weniger bekommen als noch vor zwölf Jahren prognostiziert.

Rosi Philipps private Rente beginnt 2018. Von den ursprüng­lichen Über­schuss­vorhersagen ihres Versicherers, der Victoria Lebens­versicherung, ist nur noch wenig übrig. Seit 1983 sorgt Rosi Philipp mit einer privaten Renten­versicherung vor. Die Victoria, die inzwischen zum Ergo-Konzern gehört, hatte ihr vor 31 Jahren neben einem Garan­tiezins von 3 Prozent Erträge aus Über­schüssen in Aussicht gestellt. Doch erst­mals sind in der jähr­lichen Stand­mitteilung keine Über­schüsse aus Zins­gewinnen neu angegeben.

200 Euro weniger Rente als prognostiziert

Im Jahr 2002 hatte die Victoria noch knapp 247 Euro Rente aus Über­schüssen prognostiziert. Im Versicher­erdeutsch war das die „nicht garan­tierte monatliche Alters­rente zum Renten­beginn aus Gewinn­anteilen für die künftigen Jahre“. Zusammen mit ihrem garan­tierten Renten­anspruch kam Philipp damals auf eine voraus­sicht­liche Rente von knapp 599 Euro. Heute ist diese Vorher­sage der Ergo um mehr als 200 Euro geringer. 382 Euro soll die Rente, die 2018 beginnt, nun betragen.

Reserve für Garan­tiezins

Der Ausfall der Über­schüsse hängt mit dem Garan­tiezins zusammen. Philipp bekommt über die gesamte Lauf­zeit 3 Prozent. Kunden, die derzeit abschließen, erhalten nur 1,75 Prozent. Weil Philipps Garan­tiezins im Vergleich hoch ist, gibt es für sie bei der derzeitigen Kapitalmarkt­lage nichts oben­drauf. Im Geschäfts­bericht der Victoria ist für Kunden mit 3 Prozent Garan­tiezins zwar ein Zins­über­schuss­anteil von 0,1 Prozent ausgewiesen, allerdings mit Fußnote: „Die vereinbarte Über­schuss­beteiligung wird so lange ausgesetzt bzw. reduziert, bis die Deckungs­rück­stellung erreicht ist, die auch in Zukunft ausreichende Sicher­heits­margen für die Erfüllung der zugesagten Rente enthält.“

Keine Chance

Tun können Kunden wie Philipp nichts. Auf nicht garan­tierte Über­schüsse ist kein Verlass. Verträge mit hohem Garan­tiezins sollten sie trotzdem nicht kündigen.

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