Ältere Kunden: Jenseits von 50 sind höhere Beträge nötig

Über 50-Jährige sollten absehen ­können, wie viel Einkommen ihnen im Alter einmal zur Verfügung stehen wird. Jetzt noch eine private Rentenversicherung abzuschließen, kann für ältere Kunden sinnvoll sein, wenn ihre künftigen Alltagsausgaben noch nicht sicher aus anderen lebenslangen Einkommensquellen gedeckt sind.

Ein Beitrag von 1 200 Euro im Jahr, wie wir ihn für unsere 37-jährigen ­Modellkunden unterstellt haben, hilft Frauen und Männern im Alter von 52 Jahren allerdings wenig. Damit mehr als eine Minirente für sie herauskommt, brauchen ältere Kunden mehr Geld. Dieses Geld sollten sie über die gesamte Ansparzeit aufbringen können, sonst tragen sie es besser auf die Bank. In unserem Modell für 52-Jährige haben wir für Männer und Frauen dieses Alters 2 400 Euro Jahresbeitrag über 15 Jahre unterstellt.

Die Beitragssumme, die sich über die Jahre ergibt, ist mit 36 000 Euro identisch mit der in unserem Modell für 37-Jährige (1 200 Euro Jahresbeitrag über 30 Jahre). Wegen des geringeren Zinseszinseffekts aufgrund der kürzeren Laufzeit kommt damit aber deutlich weniger an Guthaben heraus.

Frauen können sich mit diesem Geld noch eine garantierte Rente zwischen 148 Euro (Barmenia) und 169 Euro ­(Interrisk) sichern, bei Männern sind es 163 Euro (Barmenia) bis 185 Euro (Interrisk). Die garantierte Kapitalabfindung, die Kunden am Ende der Ansparzeit statt einer Rente wählen können, ist ebenfalls deutlich niedriger. Maximal wird Frauen eine Summe von 42 600 Euro (Interrisk) als Einmalzahlung mit 67 Jahren garantiert, im schlechtesten Fall sind es nur 37 600 Euro (Barmenia). Zum Vergleich: Frauen, die mit 37 Jahren einsteigen und über 30 Jahre 1 200 Euro einzahlen, könnten am Ende statt einer lebenslangen Rente einmalig zwischen 50 700 Euro (Interrisk) und 44 200 Euro (Barmenia) mit nachhause nehmen.

Auf zwölf Jahre Laufzeit achten

Will sich ein Kunde offenhalten, später statt einer Rente eine Einmalzahlung zu nehmen, sollte er auf die Ansparzeit achten. Sie muss mindestens zwölf Jahre umfassen, damit die Erträge, die in der Einmalzahlung enthalten sind, bei Auszahlung nach dem 60. Geburtstag nur zur Hälfte steuerpflichtig sind.

Soll es ganz sicher eine Rente werden, kann das Kapital dafür auch in kürzerer Zeit angespart werden. Von der Rente ist dann unabhängig von der Dauer der Ansparzeit nur der Ertragsanteil steuerpflichtig. Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren sind 18 Prozent der Auszahlung steuerpflichtig. Fließt die erste Rente mit 67 Jahren, zählt dauerhaft nur ein Anteil von 17 Prozent für das Finanzamt als Einkommen mit.

Die günstige Steuerregelung im Alter gilt auch für eine Sofortrente, bei der ein Kunde auf einen Schlag eine höhere Summe Geldes einzahlt und sofort eine lebenslange Rente bezieht.

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