Vertragsgestaltung: Details der Versicherung passend vereinbaren

Die private Rentenversicherung ist eine starre Geldanlage. Die wenigen Gestaltungsmöglichkeiten sollte man nutzen.

Berufsunfähigkeitsschutz

Fast alle Unternehmen bieten einen kleinen Berufsunfähigkeitsschutz an. Muss der Kunde seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, würde der Versicherer die Beiträge der Rentenversicherung für ihn übernehmen. Der Kunde hätte keine Einbuße bei seiner Altersvorsorge.

Dieser Zusatz kann sinnvoll sein. Interessenten sollten sich von ihrem An­bieter vorrechnen lassen, um wie viel ­geringer ihre garantierte Rente dadurch ausfiele, und danach entscheiden.

Die Familie absichern

Um für Angehörige vorzusorgen, ist ­eine private Rentenversicherung ungeeignet. Das erledigt man besser mit ­einer Risikolebensversicherung in ausreichender Höhe.

Damit das in die Rentenversicherung eingezahlte Geld für die Hinterbliebenen aber nicht vollständig verloren ist, wenn der Versicherte in der Ansparzeit oder kurz nach Rentenbeginn stirbt, bieten die Unternehmen einiges an.

Für die Einzahlungszeit kann eine Beitragsrückgewähr vereinbart werden: Stirbt der Versicherte vor Rentenbeginn, zahlt der Anbieter die eingezahlten Beiträge an die Erben zurück. Diese Vereinbarung ist auch oft Voraussetzung dafür, dass ein Kunde nach ­einer Kündigung überhaupt einen Rückkaufswert erhält.

Eine andere Vorsichtsmaßnahme ist die sogenannte Rentengarantiezeit. Die Rente wird dann mindestens so lange ausgezahlt, wie diese Frist läuft, auch wenn der Versicherte vorher stirbt. Die ausstehenden Renten gehen an die Erben. In unserem Test haben wir zehn Jahre Garantiezeit unterstellt. Rentengarantiezeiten von bis zu zehn Jahren fallen kostenmäßig kaum ins Gewicht. Längere Garantiezeiten werden teuer.

Beide Vereinbarungen zusammen (Beitragsrückgewähr in der Ansparphase, zehn Jahre Rentengarantiezeit) kosten Männer im Modell im Schnitt 4 Prozent garantierte Rente, Frauen 2 Prozent.

Einmalzahlung möglich

Alle Angebote in der Untersuchung gewähren ein Kapitalwahlrecht. Dann kann der Kunde am Ende der Einzahlung eine Einmalzahlung statt einer Rente wählen. Vielleicht benötigt er doch eine größere Summe. Ist der Kunde zu diesem Zeitpunkt jünger als 60 Jahre und lief der Vertrag weniger als zwölf Jahre, sind die Erträge der Einmalzahlung allerdings voll zu versteuern. Ist der Versicherte älter, bleibt die Hälfte der Erträge steuerfrei.

Kunden sollten darauf achten, bis wann das Kapitalwahlrecht möglich ist. Dafür gelten Fristen. In manchen Angeboten müssen Versicherte bis zu drei Jahre vor Rentenbeginn festlegen, wie sie ihr Geld ausgezahlt haben wollen.

Rente abrufen

Die meisten Tarife enthalten eine ­Abruf-, viele auch eine Aufschub­option. Mit ­einer Abrufoption kann der Rentenbeginn vorgezogen werden, meist um fünf bis zehn Jahre. Die Rente fällt dann niedriger aus. Abrufbar ist sie oft ab 60 Jahren. Mit einer Aufschuboption kann der Kunde die erste Auszahlung hinausschieben. Die Rente ist dann höher, als sie beim ursprünglichen Start gewesen wäre.

Überschussform wählen

Bei der ansparenden Rentenversicherung entstehen vor und nach Rentenbeginn Überschüsse. Der Kunde kann entscheiden, wie er von den Überschüssen profitiert.

Für die Ansparzeit sind das Bonus­system und die verzinsliche Ansammlung üblich. Viele Versicherer bieten nur eine Variante an.

Die Überschüsse steigern in beiden Fällen die Rente. Beim Bonusrentensystem erhält der Kunde jedes Jahr aus zugeteilten Überschüssen eine Erhöhung der künftigen Rente. Bei der verzinslichen Ansammlung werden die Überschüsse in der Ansparzeit einem Überschusskonto gutgeschrieben und verzinst. Erst zu Rentenbeginn werden sie in eine Rente umgerechnet. Erst dann erhöhen sie die garantierte Rente.

Stirbt der Kunde vor Rentenbeginn, erhöhen die Überschüsse üblicherweise bei beiden Varianten die Todesfallleistung aus der Beitragsrückgewähr. Bei der Bonusrentenmethode kann der Kunde das jedoch manchmal ausschließen. Seine Erben bekämen weniger, wenn er vor Rentenbeginn sterben würde. Dafür blieben mehr Überschüsse zur Rentenerhöhung, wenn er die Rente erlebte. Das ist vorteilhaft, denn um eine hohe Rente geht es ja.

Überschüsse in der Rentenphase

Auch ab Rentenbeginn werden unterschiedliche Methoden zur Überschussbeteiligung angeboten. Die Grafiken zeigen, wie die Rentenzahlung für denselben Vertrag dadurch unterschiedlich verlaufen kann.

Bei volldynamischer Auszahlung zahlt der Versicherer anfangs eine geringere Rente, die im Laufe der Jahre meist steigt. Die Rente kann nicht sinken.

Eine konstante Überschussrente kann auch fallen. Sie bleibt gleich hoch oder erhöht sich, so lange die Überschussbeteiligung in der Auszahlphase stagniert oder steigt. Entwickeln sich die Erträge schlechter, sinkt die Rente. Eine Mischform ist die teildynamische ­Rente. Auch sie kann fallen.

Vor Rentenkürzungen sicher ist der Kunde also nur, wenn er sich für die voll­dyna­mische Auszahlungsvariante entscheidet. Die Rente ist hier anfangs niedriger als bei einer konstanten Auszahlungs­form, steigt aber meist. Sinkt die Über­schuss­beteili­gung, wird die Renten­erhöhung reduziert oder entfällt sogar. Die erreichte Rentenhöhe bleibt aber mindestens erhalten. Das gibt Kunden eine hohe Sicherheit.

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