Auslaufmodelle: Verträge mit Garan­tien

Bei einer Renten­versicherung ist das Risiko in zwei Phasen einge­teilt. In der ersten Phase, der Anspar­phase, möchte der Kunde Geld anlegen. Der Versicherer nimmt ihm das Risiko der Geld­anlage ab und garan­tiert ihm eine Vermehrung seines Geldes. Der Kunde könnte auch selber am Kapitalmarkt aktiv werden, aber er hätte dort das Risiko, sein Geld schlecht anzu­legen und es zu verlieren.

Im zweiten Teil, der Renten­phase, möchte der Kunde eine monatliche Rente bekommen. Er könnte selbst sein Erspartes durch 20 Jahre teilen und es lang­sam aufbrauchen. Er hat aber das „Risiko“, dass er doch zehn Jahre länger lebt. Sein Geld wäre dann schon weg. Dagegen schützt der Versicherer seinen Kunden, indem er ihm das „Lang­lebig­keits­risiko“ abnimmt und eine lebens­lange Rente garan­tiert.

Die klassische private Renten­versicherung in ihrer Ideal­form bot den Kunden beides: Garan­tierte Zinsen in der Anspar­phase und garan­tierte Rente in der Renten­phase. Hatte der Versicherer eine gute Anla­gestrategie, gab es noch Über­schuss­zahlungen oben­drauf.

Das Problem bei den Renten­versicherungen schon damals: Die hohen Kosten der Versicherer fraßen große Teile der Garan­tien auf. Diese gab es nämlich erst nach Abzug der Kosten. So wurde eine Garantie von 1,25 Prozent in der Realität schnell halbiert.

Zu hohen Kosten schob die Politik teil­weise einen Riegel vor. Seit 2015 dürfen in den ersten fünf Jahren nur noch 2,5 Prozent aller Beiträge als Abschluss­kosten angesetzt werden.

Vorsorgesparer haben in der Vergangenheit millionenfach klassische private Renten­versicherungen abge­schlossen. Die Risiko­absicherung bei der Alters­vorsorge war den Sparern wichtig.

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