Nur noch zwölf Jahre bis zum Ruhestand

Mancher will noch über 50 rasch eine Zusatzrente ansparen.

Damit es mehr als eine Minirente wird, muss er viel investieren.

Mit einer privaten Rentenversicherung können Sparer auch jenseits der 50 Jahre eine zusätzliche Vorsorge fürs Alter starten. Sie könnten damit eine absehbare Lücke der Grundversorgung schließen.

Ein Jahresbeitrag von 1 200 Euro, wie wir ihn für unsere 35-jährigen Modellkunden unterstellt haben, hilft Frauen und Männern im Alter von 53 Jahren aber kaum noch. Bis zu ihrem 65. Geburtstag kommt zu wenig heraus.

Frauen könnten gerade einmal eine Garantierente von durchschnittlich 64 Euro zusammensparen, Männer eine von 70 Euro.

Einschließlich des Rentenanteils aus der Überschussbeteiligung dürften Frauen im Schnitt auf eine monatliche Auszahlung von 74 Euro und Männer auf 80 Euro hoffen.

Die über 50-Jährigen könnten natürlich auch dasselbe Geld in einen Bank- oder Fondssparplan investieren und das Ersparte mit 65 Jahren in eine Sofortrente investieren. Ob sie auf diese Weise mehr erzielen, ist aber ungewiss. Es hilft nichts, sie müssen vor allem mehr sparen.

Wenn, dann hoch einsteigen

Eine mit schmalem Beitrag niedrige Rente sollte nicht dazu verleiten, die Unterschiede zwischen den Angeboten zu übersehen. Sie sind enorm.

Wir haben auf Basis der garantierten Kapitalabfindung, die Kunden am Ende der Ansparzeit statt einer Rente wählen können, die garantierte Verzinsung auf den eingezahlten Beitrag errechnet. Er liegt für die heute 53-jährigen Männer und Frauen zwischen nur 0,6 Prozent und 2,4 Prozent. Am besten schnitt das Angebot des Versicherungsunternehmens Interrisk ab.

Je mehr über 50-Jährige in eine private Rentenversicherung investieren, desto sichtbarer werden die Renditeunterschiede. Die Urteile zum Anlageerfolg und zur Transparenz in den Tabellen „Angebote für...“ sind übertragbar. Die Rentenangaben dort beziehen sich allerdings auf heute 35-jährige Sparer.

Um selbst eine einigermaßen attraktive Rente herauszubekommen, sollten Ältere am besten gleich 3 000 Euro oder mehr als Jahresbeitrag in eine private Rentenversicherung einzahlen. Dieses Geld sollten sie Jahr für Jahr über die gesamte Ansparzeit aufbringen können.

Zwölf-Jahres-Frist

Wenn sich der Kunde offenhalten will, am Ende der kurzen Ansparzeit doch eine Einmalzahlung statt einer Rente zu wählen, sollte er auf die Laufzeit achten. Sie muss mindestens zwölf Jahre umfassen, damit die Erträge für über 60-Jährige nur zur Hälfte steuerpflichtig sind.

Geht es allein um eine lebenslange Rentenzahlung, kann das Kapital dafür auch in kürzerer Zeit angespart werden. Von der ausgezahlten Rente ist dann unabhängig von der Dauer der Ansparzeit nur der geringe Ertragsanteil steuerpflichtig.

Die günstige Steuerregelung gilt auch für eine Sofortrente, bei der ein Kunde auf einmal eine höhere Summe Geldes einzahlt und sofort eine lebenslange Rente bezieht.

Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren sind 18 Prozent der Auszahlung steuerpflichtig. Fließt die erste Rente mit 67 Jahren, wird dauerhaft nur ein Anteil von 17 Prozent der Besteuerung unterworfen.

Zusatzleistungen

Für die Ansparzeit eine Beitragsrückgewähr im Todesfall zu vereinbaren, ist auch für Ältere nicht teuer. Das empfiehlt sich sogar für Singles, weil sie ansonsten keinen Anspruch auf die Auszahlung eines Rückkaufswertes hätten, sofern sie den Vertrag kündigen.

Als Kostenfaktor zu vernachlässigen ist bei über 50-jährigen Neukunden wie bei jüngeren eine Rentengarantiezeit bis zu zehn Jahren. Darauf sollte deshalb nur verzichten, wer ohne Angehörige lebt.

Stärker ins Gewicht könnte der Einschluss einer Beitragsfreistellung bei Berufsunfähigkeit fallen. Denn die Wahrscheinlichkeit, den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben zu müssen, steigt ab 50 Jahren deutlich.

Umso sinnvoller ist es, die zusätzliche Altersvorsorge dann auf diese Weise zu sichern. Interessenten sollten sich vorrechnen lassen, mit wie viel weniger Rente sie auskommen müssten, wenn sie diese Zusatzleistung in ihren Vertrag aufnehmen. Nur bei deutlichen Einbußen oder wenn sie anderweitig schon gut für den Fall von Berufsunfähigkeit vorgesorgt haben, sollten sie diese Option weglassen.

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