Über­schüsse: Mit dem Geld der Kunden

Von den Über­schüssen, die die Versicherer mit den Beiträgen erwirt­schaften, müssen sie den Kunden etwas abgeben.

  • Zins­über­schuss. Vom Beitrag des Kunden zieht der Versicherer Abschluss-, Verwaltungs- und Risiko­kosten ab. Übrig bleibt der Spar­anteil, er fließt in die Kapital­anlage. Auf diesen Spar­anteil erhält der Kunde den im Vertrag garan­tierten Zins, derzeit 1,75 Prozent. Für Verträge, die jemand ab 2015 abschließt, sind es nur noch 1,25 Prozent. Erwirt­schaften die Kapitalmanager eines Versicherers mit dem Sparbeitrag aber mehr als den Garan­tiezins, machen sie Zins­über­schüsse. Davon müssen sie ihren Kunden mindestens 90 Prozent weiterreichen. Vom Gewinn wird seit 2011 die Zinszusatzreserve abge­zogen. Sie bleibt im Versicherungs­unternehmen und soll dazu dienen, die Ansprüche der Bestands­kunden mitzufinanzieren, die früher hohe Zins­garan­tien bekommen haben. Welche Kunden wie genau von dieser Zins­zusatz­reserve profitieren, ist noch ungewiss.
  • Risiko­über­schuss. Aus der Kalkulation des „Sterb­lich­keits­risikos“ der Kunden ergibt sich ein Risiko­über­schuss. Bei privaten Renten­versicherungen entsteht so ein Über­schuss, wenn die Kunden früher sterben als gerechnet. Seit Anfang August stehen den Kunden 90 Prozent der Risiko­über­schüsse zu. Vorher waren es nur 75 Prozent.
  • Kosten­über­schuss. Er entsteht, wenn die Verwaltungs­kosten durch ein effektives Kostenmanagement nied­riger sind als kalkuliert. Davon erhalten die Kunden 50 Prozent.

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