So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat 39 Angebote für eine private Renten­versicherung untersucht. Die Kunden erhalten zu Vertrags­beginn Garan­tiezusagen für das Renten­alter (garan­tierte Rente). Berück­sichtigt haben wir ausschließ­lich die klassische Produkt­variante, die kein freies Fonds­investment enthält.

Renten­zusage (40 Prozent)

Wir haben die Höhe der garan­tierten Rente zu Renten­beginn bewertet. Die Rente ist über die gesamte Lauf­zeit garan­tiert. Der Modell­kunde ist am 30. September 1977 geboren. Der Vertrag läuft über 30 Jahre, bis er 67 Jahre alt ist. Dann beginnt die Rente. Der Kunde zahlt 1 200 Euro Beitrag im Jahr. Für die Anspar­phase ist eine Beitrags­rück­gewähr im Todes­fall vereinbart, im Rentenbe­zug ist eine Renten­garan­tiezeit von zehn Jahren vorgegeben.

Anla­geerfolg (40 Prozent)

Der Anla­geerfolg gibt an, wie viel ein Versicherer mit dem Kunden­guthaben erwirt­schaftet und wie viel er den Kunden vom Ertrag gutgeschrieben hat. Wir haben die Ergeb­nisse der vergangenen drei Jahre berechnet. Das Ergebnis von 2013 geht mit 50 Prozent ein, das von 2012 mit 30 und der Wert von 2011 mit 20 Prozent. Die 2011 einge­führte Zins­zusatz­reserve haben wir nicht als Kunden­ertrag berück­sichtigt, da es sein kann, dass sie nur künftige Zins­garan­tien stützt und keinen zusätzlichen Anla­geerfolg für den Kunden bedeutet.

Flexibilität (10 Prozent)

Wir haben untersucht, wie die Versicherten den Vertrag gestalten können. Die wichtigsten Prüf­punkte sind:

  • Kann der plan­mäßige Renten­beginn vorverlegt oder hinaus­geschoben werden?
  • Hat der Kunde Anspruch auf Wieder­inkraft­setzung des alten Vertrags nach Beitrags­reduzierung oder -frei­stellung?
  • Besteht ein Anspruch auf Beitrags­stundung und ist dies bei Zahlungs­schwierig­keiten vorüber­gehend zinslos möglich?
  • Sind außer­ordentliche Zuzah­lungen während der Anspar­phase zu den bisherigen Vertrags­grund­lagen möglich?
  • Kann der Kunde nach Renten­beginn während des Rentenbe­zugs eine Kapital­leistung erhalten, indem er die noch ausstehende Todes­fall­leistung (Renten­garan­tiezeit) abfinden oder das vorhandene Guthaben auszahlen lässt?

Trans­parenz (10 Prozent)

Wir haben die vor Vertrags­schluss an den Kunden ausgehändigten Unterlagen untersucht. Unsere wichtigsten Prüf­punkte sind:

  • Wie erklärt der Versicherer die Kundenbe­teiligung an den Über­schüssen? Laufende Über­schüsse werden jähr­lich fest zugeteilt und sind dem Kunden sicher. Anteile an den Bewertungs­reserven und Schluss­über­schüsse sind erst bei Vertrags­ablauf fällig und können entfallen. Positiv ist, wenn ein Versicherer dies mit Wert­angaben darstellt.
  • Um Risiken schwankender Kapitalmärkte darzustellen, sollte der Versicherer die Leistungen (Kapital- wie Renten­leistung) zu Renten­beginn für verschiedene Zins­szenarien nennen. Zudem sollte er die aktuelle Über­schuss­beteiligung und eine beispielhafte Veränderung angeben.
  • Geprüft haben wir auch, ob der Versicherer eine Verlaufs­tabelle für Rück­kaufs­werte, für beitrags­freie Renten­werte und Storno­kosten sowie für Todes­fall­leistungen erstellt. Sie sollen den Kunden einen Über­blick darüber geben, wie sich der Vertrag bis zum Renten­beginn entwickelt.
  • Wir haben die Angaben zur garan­tierten Rentenhöhe geprüft, wenn der Renten­termin verlegt werden kann, zum Beispiel schon auf das 62. Lebens­jahr.
  • Legt der Versicherer offen, ob und in welcher Höhe es teurer wird, wenn der Kunde die Beiträge nicht jähr­lich, sondern monatlich, vierteljähr­lich oder halb­jähr­lich zahlt?
  • Welche Angaben gibt es zum verwendeten Über­schuss­system in der Anspar- und in der Renten­phase?
  • In welcher Form gibt der Versicherer Informationen zu den anfallenden Kosten? Nennt er eine Gesamt­kostenquote? Werden zusätzlich anfallende Kosten und Gebühren beziffert?

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