Beitrags­entwick­lung: Pflege wird teurer – die Versicherung auch

Kunden, die ihre Verträge vor vielen Jahren abge­schlossen haben, müssen seit Anfang 2017 deutlich mehr für ihre Pflege­zusatz­versicherung zahlen. Finanztest-Leser berichteten uns von Beitrags­sprüngen um 30 bis 40 Prozent (siehe Special Pflegezusatzversicherung, Finanztest 02/2017).

Warum die Beiträge steigen

Auch wer jetzt einen neuen Vertrag abschließt, muss mit weiteren Erhöhungen rechnen. Die Gründe:

  • Viele Versicherer erreichen mit ihren Geld­anlagen nicht mehr die Erträge, die sie ursprüng­lich einkalkuliert hatten. Müssen sie mit nied­rigeren Zinsen rechnen, steigen die Beiträge.
  • Vom Vertrags­schluss bis zur Pflegebedürftig­keit dauert es Jahr­zehnte. In vielen Tarifen werden daher erst nach und nach Leistungen fällig. Liegen die Ausgaben dann über dem Wert, mit dem der Versicherer gerechnet hatte, muss er die Beiträge anpassen.
  • Durch den neuen Pflegebedürftig­keits­begriff erhalten mehr Menschen gesetzliche Pflege­leistungen, manche werden höher einge­stuft. Die Ausgaben steigen. Die private Versicherung folgt der gesetzlichen, also wird es auch hier teurer.

Vorüber­gehender Engpass

Wer nur vorüber­gehend knapp bei Kasse ist, kann mit manchen Versicherern vereinbaren, die Beiträge für einige Monate auszusetzen. In einigen Fällen muss aber später nachgezahlt werden. Häufig ist die Möglich­keit an Bedingungen geknüpft wie etwa Arbeits­losig­keit.

Wenn fest­steht, dass das Einkommen auf Dauer nicht ausreicht, um die Beiträge zu zahlen, ist das keine Lösung.

Auf Dauer zu teuer

Tarif wechseln. Kunden haben das Recht, in güns­tigere Pflege­zusatz­tarife desselben Versicherers zu wechseln. Derzeit dürften aber in den meisten Fällen keine passenden Alternativen verfügbar sein.

Tagegeld reduzieren. Versicherte können den Beitrag nur senken, indem sie das vereinbarte Tagegeld reduzieren. Die Leistungen später wieder zu erhöhen, ist jedoch oft nicht möglich, wenn man in der Zwischen­zeit zu alt oder zu krank dafür ist. Auf jeden Fall wird es dann deutlich teurer.

Leistungen kürzen. Nicht sinn­voll ist es, die Leistungen auf ein Minimum zu kürzen, nur um den Beitrag weiter zahlen zu können. Wenn im Pflegefall dann doch der Sozial­hilfeträger einspringen muss, wird die Leistung der Zusatz­versicherung ange­rechnet. Das Geld steht somit nicht zur freien Verfügung, um sich kleine Extras außer­halb der Grund­versorgung leisten zu können.

Vertrag kündigen. Wer absehen kann, dass er finanziell nicht wieder auf die Füße kommt, sollte daher besser kündigen.

Jetzt freischalten

TestPflege17.10.2017
2,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 14 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 132 Nutzer finden das hilfreich.