So haben wir getestet

Im Test

Pfleg­etagegeld­tarife. Wir haben 31 Pfleg­etagegeld­tarife von 27 Kranken­versicherern untersucht und bewertet, die allen Kunden offen­stehen:

  • 21 Tarife mit vorgegebener Leistungs­verteilung auf die fünf Pfle­gegrade und
  • 10 Tarife mit flexibel gestalt­barer Leistungs­verteilung.

Pflege­kosten­tarife. Außerdem haben wir vier Pflege­kosten­tarife untersucht. Sie sollten mindestens eine Verdopp­lung der gesetzlichen Leistung vorsehen. Diese Angebote haben wir nicht bewertet, weil sie nicht vergleich­bar sind.

Wir haben den Monats­beitrag abge­bildet, den unsere 45- und 55-jährigen Modell­kunden zahlen müssen, und aufgezeigt, welche Leistung die Tarife maximal in jedem Pfle­gegrad bieten.

Nicht im Test. Nicht berück­sichtigt haben wir Tarife oder Tarif­varianten, die in einzelnen Pfle­gegraden keine Leistung erbringen oder die nicht unsere Vorgaben in Bezug auf die Beitrags­höhe erfüllten. Ebenfalls nicht dargestellt sind staatlich geförderte Pfleg­etagegeld­tarife (Pflege-Bahr-Tarife sowie Kombinationen aus Pflege-Bahr und Pfleg­etagegeld­tarifen). Die Debeka bietet nur einen solchen Kombinations­tarif an und konnte daher nicht berück­sichtigt werden.

Die Continentale Versicherung lehnte eine Teil­nahme an dieser Unter­suchung ab. Münchener Verein und Nürn­berger Versicherung stellen zurzeit ihre Angebote um und konnten deshalb keinen aktuellen Tarif nennen.

Modell­annahmen

Für unseren Vergleich der Pfleg­etagegeld­versicherungen haben wir folgende Modell­annahmen getroffen:

Beitrag. Alle Tarife, egal ob mit vorgegebener oder flexibler Leistungs­verteilung, haben wir anhand eines vorgegebenen Beitrags­niveaus bewertet: Was erhält ein 55-jähriger Modell­kunde für einen Einstiegs­beitrag von etwa 87 Euro pro Monat? Welche Leistung erhält ein 45-Jähriger für etwa 56 Euro Monats­beitrag? Da die Beiträge meist nicht exakt unserer Vorgabe entsprechen, haben wir jeweils das Angebot abge­bildet, das dieser am nächsten kam.

Leistungs­verteilung. Bei den 21 Tarifen mit vorgegebener Leistungs­verteilung ist die prozentuale Verteilung der vereinbarten Tagegeldhöhe auf die fünf Pfle­gegrade nicht vom Kunden beein­fluss­bar. Für die voll­stationäre Pflege in Pfle­gegrad 5 zahlen die Versicherer in der Regel 100 Prozent des vereinbarten Tagegelds.

Bei den zehn flexiblen Tarifen kann der Kunde die Leistungen in den einzelnen Pfle­gegraden bedingt selbst fest­legen. Meist darf aber ein höherer Pfle­gegrad nicht geringer versichert werden als der darunter­liegende. Häufig ist auch vorgegeben, dass die gewählte Leistungs­verteilung für die ambulante und die stationäre Pflege gleich gestaltet ist.

Für unseren Vergleich haben wir für alle flexiblen Tarife drei Modell­varianten abge­fragt. Nur bei vier Tarifen sind alle drei Modell­varianten möglich.

  • Modell 1 („Treppe-Treppe“). Die Leistungen sind im ambulanten und im stationären Versorgungs­bereich gleich hoch. Die Leistung steigt mit den Pfle­gegraden.
  • Modell 2 („Treppe-Konstant“). Im stationären Bereich sind mindestens die Pfle­gegrade 2 bis 5 gleich hoch abge­sichert. Im ambulanten Bereich steigt die Leistung mit den Pfle­gegraden.
  • Modell 3 („Konstant-Konstant“) Unabhängig von einer ambulanten oder stationären Versorgung bieten die Tarife mindestens in den Pfle­gegraden 2 bis 5 die gleiche Leistung.

Leistungs­niveau (80 Prozent)

Wir haben die Höhe der monatlichen Leistungen für die 55-jährigen und die 45-jährigen Modell­kunden getrennt bewertet. Dabei wurden die Leistungen bewertet, die diese für den vorgegebenen Beitrag im Pflegefall erhalten. Diese Leistungen haben wir der von uns angenom­menen Versorgungs­lücke gegen­überge­stellt. Müssen Kunden auch im Pflegefall weiter Beiträge zahlen, so haben wir den aktuellen Beitrag von der Leistung abge­zogen.

Versorgungs­lücke: Bei ambulanter Pflege sind wir vom Einsatz professioneller Dienste ausgegangen. Die Werte haben wir aus statistischen Daten hergeleitet. Sie sind keine Vorgaben dafür, wie hoch sich der Einzelne versichern sollte, können aber eine Orientierung bieten.

Versorgungs­lücke bei ambulanter Pflege

  • Pfle­gegrad 1: 125 Euro
  • Pfle­gegrad 2: 500 Euro
  • Pfle­gegrad 3: 1 100 Euro
  • Pfle­gegrad 4: 2 200 Euro
  • Pfle­gegrad 5: 2 200 Euro

Versorgungs­lücke bei stationärer Pflege

  • Pfle­gegrade 1 bis 5: 1 500 Euro

Wir haben die Versorgungs­lücke und die Leistungen in jedem Pfle­gegrad nach der Häufig­keit ihres Auftretens gewichtet und und bewertet, wie gut der von uns angenom­mene Bedarf insgesamt gedeckt wird. Dabei haben wir uns auf aktuelle Daten des Medizi­nischen Dienstes der Kranken­versicherung für gesetzlich Pflege­versicherte bezogen.

In der Tabelle haben wir die Höhe der monatlichen Leistungen in den einzelnen Pfle­gegraden dargestellt, wobei wir hier einen Monat mit 30 Tagen abbilden. Die meisten Anbieter zahlen jedoch keinen festen monatlichen Betrag, sondern leisten entsprechend der Anzahl der Tage, die der jeweilige Monat hat. Dies haben wir in der Bewertung der Leistungen berück­sichtigt.

Weitere Vertrags­bedingungen (20 Prozent)

Bei der Bewertung der weiteren Vertrags­bedingungen haben wir folgende Punkte berück­sichtigt. Wenn sie nicht im Vertrag enthalten sind, können sie oft gegen Mehr­beitrag zusätzlich vereinbart werden.

  • Dynamik. Bietet der Versicherer eine regel­mäßige Erhöhung des Tagegeldes an? Ist das bis zu einer Alters­grenze, bis zum Eintritt von Pflegebedürftig­keit oder auch darüber hinaus möglich?
  • Einmalzahlung. Gewährt der Versicherer eine Einmalzahlung bei Erreichen eines Pfle­gegrades, und wie hoch ist diese? Je nied­riger der Pfle­gegrad, ab dem die Sonderzahlung fällig wird, desto besser haben wir dies bewertet.
  • Warte­zeit. Leistet der Versicherer erst, wenn nach Vertrags­abschluss eine Warte­zeit erfüllt wurde?
  • Nach­weis. Reichen die Unterlagen der gesetzlichen Pflege­versicherung aus um den Eintritt und die Fortdauer der Pflegebedürftig­keit nach­zuweisen, haben wir ein ja vergeben. Kann der Versicherer selbst einen Arzt beauftragen oder verlangt er weitere Nach­weise, gibt es ein eingeschränkt.
  • Klinik­aufenthalt. Muss jemand ins Kranken­haus, wird positiv bewertet, wenn der Versicherer für mindestens vier Wochen weiterhin zahlt.
  • Hilfe. Gibt es Unterstüt­zung, zum Beispiel die Vermitt­lung eines Pfle­geheim­platzes, oder einen Zuschuss für die Einrichtung eines Haus­notrufsystems?
  • Sucht­krankheit. Zahlt der Versicherer auch, wenn die Pflegebedürftig­keit durch die Folgen einer Sucht­erkrankung ausgelöst wurde?
  • Ausland. Zahlt der Versicherer auto­matisch auch, wenn der Kunde ins außer­europäische Ausland umzieht?

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TestPflege17.10.2017
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