Private Pflegeversicherung Meldung

Die gesetzliche Absicherung reicht nicht. Wer im Alter nicht verarmen will, sollte privat vorsorgen.

Dass unsere Rentenversicherung und die Krankenkassen finanziell auf wackligen Füßen stehen, weiß jeder. Doch nun knickt eine weitere Säule des Sozialsystems ein: Die gesetzliche Pflegeversicherung ist selbst zum Pflegefall geworden – obwohl sie erst 1995 eingeführt wurde. Seit Jahren schreibt sie rote Zahlen, die Leistungen wurden seit der Einführung nicht mehr erhöht, schon sind Beitragserhöhungen im Gespräch.

Zusätzlichen Sprengstoff erhält das System, weil die Zahl der Pflegebedürftigen dramatisch steigt: nach Berechnungen des Deutschen Rings von jetzt 1,9 Millionen auf 3,1 Millionen im Jahr 2030. Schon heute erhält jeder Vierte zwischen 70 und 79 Jahren erstmalig Pflege, so eine Studie der Münchner Rückversicherung. Bei den über 80-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Und immer mehr Menschen erreichen dieses Alter – ein Tod ohne vorherige Pflege wird unwahrscheinlicher.

Besonders betroffen sind Frauen wegen ihrer höheren Lebenserwartung. Sie sind derzeit doppelt so oft pflegebedürftig wie Männer. Wer keine hohe Rente bezieht, tappt in die Armutsfalle: 38 Prozent der vollstationären Pflegefälle brauchen Sozialhilfe. Denn ein Platz im Heim kostet etwa 1 500 bis 3 500 Euro monatlich. Die Pflegeversicherung zahlt aber nur 1432 Euro, in Härtefällen 1 688 Euro. Daher machen private Pflegezusatzversicherungen Sinn, auch wenn sie viel Geld kosten:

  • Ein 43-Jähriger zahlt für eine günstige Pflegetagegeldpolice, die die Restkosten im Heim deckt (je nach Pflegestufe, siehe Tabelle), um die 20 Euro im Monat, eine gleichaltrige Frau etwa 30 Euro.
  • Ein 53-jähriger Neukunde müsste knapp 40 Euro zahlen, eine Frau rund 50 Euro.
  • 63-Jährige bekommen oft gar keinen Vertrag oder zahlen bis zu 150 Euro.

Private Pflegeversicherungen gibt es in zwei Varianten:

Pflegetagegeld: Hier wird eine feste tägliche Summe vereinbart. Sie wird im Pflegefall auch dann gezahlt, wenn das Geld aus der gesetzlichen Versicherung reicht und gar keine Restkosten bleiben. In diesem Fall kann der Versicherte das Geld auch für Dinge verwenden, die mit der Pflege nichts zu tun haben.

Diese Tarife sind richtig, wenn die Pflege privat organisiert wird oder wenn zusätzliches Geld da sein soll. Das volle Tagegeld gibt es aber oft erst in Pflegestufe III. Für Stufe II werden in der Regel 60 bis 70 Prozent gezahlt, in Pflegestufe I nur 20 bis 50 Prozent. Außerdem zahlen einige Tarife bei Heimpflege mehr als bei häuslicher Pflege. Andere zahlen maximal 60 oder 80 Euro pro Tag.

Pflegekostenpolice: Hier wird kein fester Betrag gezahlt, sondern ein Anteil der Pflegekosten übernommen – aber nur der Kosten, die im Katalog der gesetzlichen Pflegeversicherung stehen, Unterkunft und Verpflegung also in der Regel nicht. Wie viel gezahlt wird, kann der Kunde bei Vertragsschluss festlegen. Meist wird die gesetzliche Versicherung um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Diese Angebote sind sinnvoll, wenn nicht Angehörige die Pflege übernehmen, sondern professionelle Helfer. Denn diese Tarife zahlen bei privater Pflege weniger.

Die Höhe des Versicherungsschutzes einzuschätzen, ist schwer. Wir haben die Kosten für Heimpflege anhand der Pflegestatistik ermittelt. Die professionelle häusliche Pflege haben wir mangels aussagefähiger Statistiken geschätzt. Da mit Preissteigerungen zu rechnen ist, wird die Versorgungslücke (siehe Tabelle) eher größer ausfallen. Im Fragebogen können Sie Ihre gewünschten Summen eintragen oder die vorgegebenen Beträge ankreuzen. Geben Sie dies für Stufe III (schwerstpflegebedürftig) und Pflegestufe I an. Bei den vorgegebenen Beträgen deckt der höhere die Versorgungslücke nach heutigem Stand ab. Der niedrigere füllt sie zur Hälfte. Für Interessenten über 55 Jahre stehen aber nur wenige Tarife zur Wahl. Die Auswertung dauert etwa eine Woche. Für Rückfragen steht dienstags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr unser Servicetelefon zur Verfügung: 0 30/26 31 24 64.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1257 Nutzer finden das hilfreich.