Beitrag senken: Eine hohe Selbst­beteiligung lohnt sich nur für Selbst­ständige

Wenn Versicherte ihre Krank­heits­kosten bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr selbst tragen, verringert das ihren Beitrag. Doch nicht für jeden lohnt sich eine Selbst­beteiligung. Beamte sollten generell darauf verzichten, weil sie nicht viel dadurch sparen.

Alle anderen müssen rechnen, wenn sie sehen wollen, welches von zwei Angeboten mit unterschiedlich hoher Selbst­beteiligung tatsäch­lich güns­tiger ist. Um die finanzielle Gesamt­belastung pro Monat zu ermitteln, teilen Selbst­ständige die jähr­liche Selbst­beteiligung durch zwölf und addieren sie zum Monats­beitrag. Denn kein Mensch kann davon ausgehen, das ganze Leben über gesund zu bleiben.

Arbeitnehmer müssen etwas anders rechnen: Sie teilen den jähr­lichen Selbst­behalt durch zwölf und addieren ihn zum halben Monats­beitrag. Sie profitieren weniger von hohen Selbst­beteiligungen, denn die Hälfte der Beitrags­ersparnis geht an ihren Arbeit­geber. An den Mehr­ausgaben für die selbst zu tragenden Heil­kosten beteiligt sich der Arbeit­geber dagegen nicht.

Selbst­behalte von mehr als 1 000 Euro im Jahr sind generell nicht zu empfehlen. Denn der Versicherer kann die Selbst­beteiligung, ebenso wie die Beiträge, ohne Zustimmung des Kunden im Lauf der Zeit weiter erhöhen.

Auf der anderen Seite bringt ein späterer Wechsel in einen Tarif mit nied­rigerer Selbst­beteiligung in der Regel keine Kosten­entlastung. Hierfür ist eine neue Gesund­heits­prüfung erforderlich, und wer inzwischen krank ist, muss für den nied­rigeren Selbst­behalt hohe Risiko­zuschläge zahlen.

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