Private Kranken­versicherung oder gesetzliche Kasse – die Leistungen im Vergleich

Art der Leistung

Leistungen in der privaten Kranken­versicherung

Regel­leistungen in der gesetzlichen Kranken­versicherung1

Ambulante Leistungen

Honorare für Leistungen nieder­gelassener Ärzte und Zahn­ärzte

  • Ärzte rechnen nach der Gebühren­ordnung der Ärzte (GOÄ) ab, Zahn­ärzte nach der Gebühren­ordnung der Zahn­ärzte (GOZ).
  • Je nach Tarif Erstattung bis zum 2,3-fachen Satz (Regel­höchst­satz), bis zum 3,5-fachen Satz (Höchst­satz) oder darüber hinaus. Liegt das Honorar höher, trägt der Patient den Rest­betrag selbst.
  • Die Krankenkasse über­nimmt die Kosten für Behand­lungen aus dem gesetzlichen Leistungs­katalog voll­ständig.
  • Der Arzt rechnet seine Leistungen über die kassen­ärzt­liche Vereinigung ab, der Zahn­arzt über die kassenzahn­ärzt­liche Vereinigung. Keine Rechnung für den Patienten.

Arznei­mittel

  • In fast allen Tarifen volle Kosten­erstattung für alle verordneten apotheken­pflichtigen Arznei­mittel, auch für rezept­freie Medikamente ohne Begrenzung auf Höchst­beträge.
  • Bei einigen Tarifen Selbst­beteiligung von 20 Prozent, wenn ein Originalpräparat statt eines Nach­ahmerpräparats (Generikums) verwendet wird oder wenn Patienten das Medikament nicht über den Versicherer beziehen, obwohl das möglich war.
  • Bei einzelnen Tarifen auch eine generelle Selbst­beteiligung in Höhe von 10 Prozent oder 20 Prozent der Kosten.
  • Für Patienten unter 12 Jahren: verordnete apotheken­pflichtige Arznei­mittel – also auch rezept­freie Medikamente.
  • Für Patienten ab 12 Jahre: nur verschreibungs­pflichtige Mittel.
  • Kosten­über­nahme bis zu festen Höchst­beträgen.
  • Ausgeschlossen sind „Life­style-Arzneien“ wie Viagra, unwirt­schaftliche Medikamente, für Versicherte ab 18 Jahre auch Mittel gegen Bagatel­lerkrankungen.
  • Versicherte ab 18 Jahre zahlen 10 Prozent der Kosten, jedoch mindestens 5, höchs­tens 10 Euro je Packung zu.

Hilfs­mittel (z. B. Hörgeräte, Roll­stühle und Prothesen)

Je nach Tarif

  • Hilfs­mittel nach dem tariflichen Hilfs­mittel­katalog. Vor allem in älteren Tarifen (vor 2013) sind diese Kataloge teil­weise abschließend. Das heißt, Neuerungen finden keinen Eingang.
  • Unterschiedliche Grenzen für einen Teil der Hilfs­mittel oder Beschränkung auf die einfache Ausführung.
  • Für Brillen und Kontaktlinsen meist Höchst­beträge von 100 bis 500 Euro jähr­lich oder alle zwei Jahre.
  • In einigen Tarifen gar keine Erstattung für Sehhilfen.

Kasse über­nimmt die Kosten für

  • die im gesetzlichen Hilfs­mittel­verzeichnis enthaltenen Hilfs­mittel in einfacher Ausführung bis zu fest­gelegten Höchst­beträgen.
  • Brillengläser: Zuschuss nur für Kinder und schwer Sehbehinderte.
  • Versicherte ab 18 Jahre zahlen 10 Prozent der Kosten, jedoch mindestens 5, höchs­tens 10 Euro je Hilfs­mittel zu.

Heil­mittel (z. B. Krankengymnastik, Massage, Logopädie)

  • In einigen Tarifen nur für die im jeweiligen Heil­mittel­verzeichnis aufgeführten, ärzt­lich verordneten Heil­mittel.
  • Viele Tarife sehen einen Eigen­anteil von 10 bis 25 Prozent vor.
  • Kasse zahlt für ärzt­lich verordnete Heil­mittel, die in den Heil­mittel­richt­linien aufgeführt sind.
  • Versicherte ab 18 Jahre zahlen 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung zu.

Psycho­therapie

Je nach Tarif

  • mit unbe­grenzter Sitzungs­zahl oder begrenzt auf 20 bis 50 Sitzungen im Jahr.
  • zum Teil nur nach Genehmigung des Versicherers.
  • Vor allem in älteren Tarifen zum Teil nur Therapie durch Ärzte, nicht durch psycho­logische Psycho­therapeuten.
  • In wenigen Tarifen auch gar keine Psycho­therapie-Leistungen.
  • Kosten­über­nahme für zugelassene Therapien durch Ärzte und psycho­logische Psycho­therapeuten.
  • Je nach Verfahren bis zu 160 Sitzungen je Behand­lung, in Ausnahme­fällen auch bis zu 300 Sitzungen.
  • Nur nach Genehmigung durch die Krankenkasse.

Kranken­haus

Auswahl des Kranken­hauses

  • Wahl unter allen Krankenhäusern, einschließ­lich Privatkliniken.
  • Kurkliniken jedoch häufig nur nach Genehmigung durch den Versicherer.
  • Behand­lung im nächst­gelegenen geeigneten Kranken­haus.
  • Privatkliniken nur im Notfall. Geht der Versicherte in ein teureres Kranken­haus, muss er die Mehr­kosten selbst zahlen.

Unterbringung

  • Im Einbett- oder Zweibett­zimmer.
  • In wenigen Tarifen nur im Mehr­bett­zimmer.
  • Meistens im Mehr­bett­zimmer.

Behandelnder Arzt

  • Chef­arzt.
  • In wenigen Tarifen: dienst­habender Kranken­haus­arzt.
  • Dienst­habender Kranken­haus­arzt (z. B. Stations­arzt).

Arzt­honorare im Kranken­haus

  • Ärzte rechnen nach der privaten Gebühren­ordnung für Ärzte (GOÄ) ab.
  • Je nach Tarif Erstattung bis zum 2,3-fachen GOÄ-Satz, bis zum 3,5-fachen GOÄ-Satz oder darüber hinaus. Liegt das Honorar höher, trägt der Patient den Rest­betrag selbst.
  • Die Arzt­honorare sind in der diagnose­abhängigen Vergütung enthalten, die die Krankenkasse dem Kranken­haus für die gesamte Behand­lung pauschal zahlt.

Zuzah­lungen im Kranken­haus

  • Bei den meisten Tarifen keine Zuzahlung.
  • Sonst gering, zum Beispiel 15 Euro pro Tag in den ersten sieben Tagen.
  • Für Erwachsene ab 18 Jahre: 10 Euro je Behand­lungs­tag für maximal 28 Tage im Jahr.

Zahn­arzt

Zahnbe­hand­lung (z. B. Füllungen, Inlays)

  • Je nach Tarif Erstattung von 50 Prozent bis 100 Prozent der Kosten – auch für Inlays.
  • Voll­ständige Kosten­über­nahme für zugelassene Leistungen (z. B. Amalgamfül­lungen).
  • Zuschuss für Inlays in Höhe der Kosten für normale Füllung.

Zahn­ersatz (z. B. Kronen, Brücken)

  • Je nach Tarif über­nimmt der Versicherer 50 Prozent bis 90 Prozent der tatsäch­lichen Kosten.
  • In einigen Tarifen gibt es zusätzlich Ober­grenzen für zahn­tech­nische Leistungen wie Labor­kosten.
  • In einigen Tarifen gibt es Ober­grenzen für Implantate.
  • Unabhängig von der Art des tatsäch­lichen Zahn­ersatzes Fest­zuschuss in Höhe von 50 Prozent der gesetzlichen Regel­versorgung. Diese enthält eine fest­gelegte kostengüns­tige Versorgung für jeden medizi­nischen Befund, Implantate gehören nicht dazu.
  • Bei regel­mäßiger Zahn­pflege und Vorsorge Fest­zuschuss von bis zu 65 Prozent des Betrags für die Regel­versorgung.

    Stand: 1. März 2014

    • 1 Gesetzlich fest­gelegte Mindest­leistungen. Die Krankenkassen können in ihren Satzungen zum Beispiel bei ambulanten Kuren, häuslicher Kranken­pflege oder Haus­halts­hilfe in begrenztem Umfang auch höhere Leistungen gewähren.