Finanztest-Faustformel: Sparen für hohe Beiträge im Alter

Selbst­ständige und Angestellte sollten sofort beginnen, Geld zurück­legen, sobald sie in eine private Versicherung gewechselt sind. Im Renten­alter zahlen sie dort meistens deutlich mehr als in der gesetzlichen Krankenkasse.

Wir nehmen an, dass der private Beitrag im Renten­alter mindestens dreimal so hoch ist wie bei Vertrags­abschluss mit Mitte dreißig. Zwei Drittel davon sollte man aus dem Ersparten finanzieren können. Zwei Drittel deshalb, weil Versicherte auch in der gesetzlichen Kasse Beiträge zahlen müssten.

Diese Annahmen sind die Grund­lage für unsere Faustformel. Die Tabelle zeigt beispielhaft, wie viel Geld jemand vom 35. bis zum 67. Lebens­jahr ungefähr anlegen muss, um im Alter nicht Leistungen streichen zu müssen. Trotz der genauen Beträge handelt es sich nur um eine Schät­zung. Eine exakte Prognose ist über einen so langen Zeitraum nicht möglich.

Ein Selbst­ständiger zahlt zum Beispiel beim Eintritt mit 35 Jahren im güns­tigen Tarif Provinzial VKSu 395 Euro im Monat bei einer jähr­lichen Selbst­beteiligung von 900 Euro. Seine maximale monatliche Belastung beträgt also 470 Euro. Beim Renten­eintritt mit 67 Jahren wird sie nach unseren Annahmen mindestens das Dreifache betragen, also 1 410 Euro. Um ab dann für weitere 23 Jahre zwei Drittel dieses Betrages, also 940 Euro, finanzieren zu können, muss er bis zum 67. Lebens­jahr 188 484 Euro ansparen, wenn man von einer Verzinsung von 3 Prozent ausgeht. 32 Jahre lang muss er dafür jeden Monat 294 Euro einzahlen.

Angestellte brauchen etwas weniger, da sie von der gesetzlichen Renten­versicherung einen Zuschuss zur Kranken­versicherung erhalten. Wir nehmen an, dass dieser mit 250 Euro um rund 40 Prozent über dem Zuschuss liegt, der heute maximal möglich ist. Beispiels­weise liegt beim Eintritt mit 35 Jahren die maximale monatliche Belastung für Arbeit­geber und Arbeitnehmer zusammen im güns­tigen Tarif Huk Komfort2 bei 491 Euro. Das Dreifache – also die monatliche Belastung mit 67 Jahren – sind 1 473 Euro, davon zwei Drittel sind 982 Euro. Abzüglich des Renten­versicherungs­träger-Zuschusses von 250 Euro sind also 732 Euro monatlich zu finanzieren. Dafür sind bei einer Verzinsung von 3 Prozent beim Renten­eintritt 146 777 Euro nötig. Um das anzu­sparen, muss er jeden Monat 229 Euro einzahlen.

Tabelle Faustformel

Unser Model­kunde versichert sich mit 35 Jahren privat, geht mit 67 in Rente und wird 89 Jahre alt. Die Tabelle zeigt, wie viel er je nach späterem Bedarf für den Versicherungs­beitrag 32 Jahre lang zur Seite legen muss.

Monatlicher Geldbedarf für Beitrag im Alter (Euro)

Zins­satz (Prozent)

Anzu­sparender Gesamt­betrag (Euro)

Monatlicher Spar­betrag (Euro)

600

2,0

133 126

248

3,0

120 309

188

4,0

109 273

142

700

2,0

155 314

290

3,0

140 361

219

4,0

127 485

166

800

2,0

177 502

331

3,0

160 412

251

4,0

145 697

190

900

2,0

199 690

372

3,0

180 464

282

4,0

163 910

213

1 000

2,0

221 877

414

3,0

200 515

313

4,0

182 122

237

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