So haben wir getestet

Im Test

Wir haben Tarife von 32 Gesell­schaften für eine private Krank­heits­kostenvoll­versicherung verglichen, die grund­sätzlich allen Kunden zugäng­lich sind. Wir haben alle Angebote auf dem deutschen Markt einbezogen, die einen von der Stiftung Warentest vorgegebenen Mindest­leistungs­umfang bieten (Mindestanforderung) und deren jähr­liche Selbst­beteiligung in einem vorgegebenen Bereich liegt.

Nicht berück­sichtigt haben wir Tarife, die keine Alterungs­rück­stellung bilden, sowie Haus­arzt­tarife. Ihre Beiträge sind nicht mit denen der übrigen Angebote vergleich­bar. Auch Tarife, die nur in den neuen Bundes­ländern angeboten werden, haben wir nicht aufgenommen.

Die Continentale und die Mann­heimer Kranken­versicherung waren nicht zur Teil­nahme an der Unter­suchung bereit. Die Daten zu ihren Tarifen haben wir verdeckt erhoben.

Da der Versicherungs­bedarf von Angestellten, Selb­ständigen und Beamten unterschiedlich ist, gibt es drei Vergleiche:

  • 24 Tarif­angebote für Beamte,
  • 38 Angebote für Angestellte,
  • 45 Angebote für Selb­ständige.

Bei allen drei Modell­kunden haben wir ein Eintritts­alter von 35 Jahren angenommen, da der Wechsel in die private Kranken­versicherung idealer­weise spätestens bis Mitte dreißig erfolgen sollte.

Für die Beihilfetarife haben wir einen zu versichernden Prozent­satz von 50 Prozent unterstellt. Das entspricht dem Versicherungs­bedarf eines ledigen Bundes­beamten.

In den Tarif­vergleich für Beamte wurden nur Tarife ohne Selbst­beteiligung einbezogen. Im Tarif­vergleich für Angestellte musste die jähr­liche Selbst­beteiligung zwischen 300 und 750 Euro liegen, im Tarif­vergleich für Selbst­ständige zwischen 500 und 1 000 Euro. Diese Vorgabe war notwendig, da nur Tarife mit ähnlich hohen Selbst­behalten miteinander vergleich­bar sind. Über Angebote mit nied­rigeren oder höheren Selbst­beteiligungen können wir daher keine Aussagen machen.

Tarif­angebot. Die Angebote setzen sich aus Bausteinen für ambulante und stationäre Leistungen, Zahn­leistungen und Kranken­tagegeld zusammen. Steht in einer oder mehreren Tabellenspalten ein Strich, sind die Leistungen bereits in einem anderen Baustein enthalten.

Aktuelles Preis-Leistungs-Verhältnis

Jeder Tarif wurde im Hinblick auf sein aktuelles Preis-Leistungs-Verhältnis beur­teilt. Stichtag der Unter­suchung ist der 1. März 2014.

Um das Preis-Leistungs-Verhältnis zu berechnen, haben wir den Vergleichs­beitrag (siehe unten) durch die Anzahl der erreichten Leistungs­punkte für die Mindest- und Zusatz­leistungen geteilt.

Für die Bewertung wurde der Mittel­wert der untersuchten Angebote als Maßstab zugrunde gelegt (relativer Vergleich). Ein Urteil „sehr gut“ bedeutet daher, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis des Tarif­angebots weit über dem Markt­durch­schnitt liegt, ein Urteil „mangelhaft“ heißt, es liegt weit darunter.

In früheren Unter­suchungen hatten wir neben dem aktuellen Preis-Leistungs-Verhältnis auch die Entwick­lung der Beiträge in der Vergangenheit bewertet. Das ist zurzeit noch nicht möglich. Alle Tarife wurden erst zum Januar 2013 oder später einge­führt.

Vergleichs­beitrag. Den für den Vergleich maßgeblichen Beitrag für Angestellte und Selbst­ständige haben wir wie folgt errechnet:

  • Summe der Monats­beiträge für Ambulant-, Stationär- und Zahn­tarif
  • plus gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent für die Begrenzung von Beitrags­erhöhungen im Alter
  • plus Beitrag für den Kranken­tagegeld­tarif.

Um Tarife mit unterschiedlicher jähr­licher Selbst­beteiligung vergleich­bar zu machen, haben wir außerdem die Differenz zum nied­rigsten von uns vorgegebenen Selbst­behalt durch zwölf geteilt und das Ergebnis zum Monats­beitrag addiert. Zusätzliche Selbst­beteiligungen an Arznei­mittel­kosten haben wir ebenfalls berück­sichtigt.

Da einige Tarife eine Selbst­beteiligung in Form eines Prozent­satzes der in Anspruch genom­menen Leistungen vorsehen, haben wir Modell­annahmen zur Inan­spruch­nahme von Versicherungs­leistungen gemacht (Leistungs­szenario). Dabei haben wir mit 7 205 Euro ein eher teures Jahr unterstellt. Die Kosten entstehen im Einzelnen für

  • psycho­therapeutische Behandung wegen einer Depression nach einem tiefen­psychologischen Verfahren, einmal wöchentlich, insgesamt 50 Sitzungen (4 625 Euro),
  • Arznei­mittel gegen schweres Asthma; Dauer­behand­lung (700 Euro),
  • zwei voll­verblendete Metall-Keramik- Kronen (je 600 Euro) und ein dreiflächiges Keramik-Inlay (680 Euro).

Für Beamte enthält der für den Vergleich maßgebliche Beitrag keine Anteile für Kranken­tagegeld und Selbst­beteiligung, weil diese Elemente in den untersuchten Beamten­tarifen nicht vorkommen.

Bewertung der Leistungen. Die vertraglich garan­tierten Leistungen wurden nach einem Punkte­system bewertet.

Die Gewichtung der Leistungen orientiert sich an der statistischen Wahr­scheinlich­keit dafür, wie oft und in welcher Höhe Versicherte diese Leistungen im Durch­schnitt in Anspruch nehmen (kalkulatorisches Gewicht).

Daher bekamen alle Tarife für Angestellte und Selbst­ständige 84 Prozent (Beihilfetarife 88 Prozent) der Punkte bereits dafür, dass sie die geforderten Mindest­leistungen bieten.

16 Prozent (Beihilfetarife 12 Prozent) der Punkte wurden für zusätzliche Leistungen vergeben.

Wir haben auch den einzelnen Zusatz­leistungen inner­halb jedes Tarif­bausteins nach ihrer Bedeutung für den Versicherten im Fall einer schweren Erkrankung unterschiedliches Gewicht zugemessen. Das höchste Gewicht im Stationär­tarif erhielt zum Beispiel die Erstattung von Arzt­honoraren für Kranken­hausbe­hand­lungen, ein geringes Gewicht im Zahn­tarif der Verzicht auf Summen­begrenzungen für Zahn­leistungen in den ersten Vertrags­jahren.

Bewertete Zusatz­leistungen.

Erstattung der Kosten für

  • Arzt- und Zahn­arzt­honorare über den Höchst­satz der Gebühren­ordnungen (3,5-facher Satz) hinaus,
  • Heilpraktiker­leistungen,
  • Arznei­mittel: auch nicht verschreibungs­pflichtige Mittel,
  • Vorsorgeunter­suchungen über die Leistungen der gesetzlichen Kranken­versicherung hinaus,
  • Sehhilfen (Brillen und Kontaktlinsen),
  • weitere Hilfs­mittel: mehr als 75 Prozent Erstattung für tech­nische Hilfs­mittel und Prothesen in einfacher Ausführung,
  • Heil­mittel (zum Beispiel Massagen) mehr als 75 Prozent für physika­lische Therapie und Logopädie,
  • ambulante Psycho­therapie mehr als 70 Prozent für 50 Sitzungen,
  • häusliche Kranken­pflege,
  • Fahrt­kosten zum Arzt,
  • stationäre Psycho­therapie mehr als 30 Behand­lungs­tage im Jahr,
  • Kranken­trans­port­kosten zum Kranken­haus auch für mehr als 100 Kilo­meter Entfernung,
  • Anschluss­heilbe­hand­lung nach einem Kranken­haus­auf­enthalt,
  • Behand­lungen in Krankenhäusern, die auch Kurleistungen anbieten („gemischten Anstalten“) ohne vorherige Genehmigung,
  • Entzugs- und Entgiftungs­behand­lungen,
  • Zahnbe­hand­lung mehr als 90 Prozent,
  • Zahn­ersatz: zahn­ärzt­liche Leistungen und/oder Material- und Labor­kosten mehr als 65 Prozent,
  • Inlays: Zahn­ärzt­liche Leistungen und/oder Material- und Labor­kosten mehr als 65 Prozent,
  • Implantate,
  • Verzicht auf eine Summen­begrenzung für Zahn­leistungen in den ersten Vertrags­jahren (generell oder zumindest bei unfall­bedingten Kosten),
  • Versicherungs­schutz im außer­europäischen Ausland für Kranken­hausbe­hand­lungen.

In den Tarif­vergleichen für Angestellte und Selbst­ständige wurde außerdem bewertet,

  • ob das Kranken­tagegeld nach­träglich ohne erneute Gesund­heits­prüfung und Warte­zeit erhöht werden kann.

Nur in den Tarif­vergleichen für Selbst­ständige wurde zusätzlich bewertet,

  • ob der Versicherer auch für stationäre Kuren leistet,
  • ob er im Kranken­tagegeld­tarif beim Wechsel von der gesetzlichen in die private Versicherung auf das ordentliche Kündigungs­recht in den ersten drei Jahren verzichtet
  • und ob im Kranken­tagegeld­tarif Zeiten wieder­holter Arbeits­unfähigkeit aufgrund der gleichen Krankheit für die Karenz­zeit zusammenge­rechnet werden.

Zusatz­informationen

Leistungs­niveau. Die Kategorien A bis C drücken aus, wie weit die Leistungen des jeweiligen Tarifs über den von allen Tarifen gebotenen Mindest­leistungen – und damit über dem Leistungs­niveau der gesetzlichen Versicherung – liegen.

C: Der Tarif erreicht mehr als 25 bis 50 Prozent der Zusatz­leistungs­punkte und damit 88 bis 92 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte (bei Beihilfetarifen 91 bis 94 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte). Das entspricht einem mitt­leren Leistungs­niveau, das aber bereits deutlich über dem gesetzlichen liegt.

B: Der Tarif erreicht mehr als 50 bis 75 Prozent der Zusatz­leistungs­punkte und damit mehr als 92 bis 96 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte (bei Beihilfetarifen über 94 bis 97 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte). Das entspricht einem hohen Leistungs­niveau erheblich über dem gesetzlichen.

A: Der Tarif erreicht mehr als 75 bis 100 Prozent der Zusatz­leistungs­punkte und damit mehr als 96 bis 100 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte (bei Beihilfetarifen über 97 bis 100 Prozent der Gesamt­leistungs­punkte). Das entspricht einem sehr hohen Leistungs­niveau weit über dem gesetzlichen.

Zusätzlich mit Fußnoten ausgewiesen wurden die folgenden Leistungen:

  • Einbett­zimmer mitversichert
  • Garan­tierte Beitrags­rück­erstattung für Jahre ohne Leistungs­inanspruch­nahme
  • Erhöhte Alterungs­rück­stellung (nur im Tarif­vergleich Beamte).

Wir haben diese Leistungen nicht bewertet, weil sie nur für bestimmte Personen­gruppen interes­sant sind.

Monats­beitrag. Der Beitrag für Angestellte und Selbst­ständige entspricht dem Gesamt­beitrag für Ambulant-, Stationär-, Zahn- und Kranken­tagegeld­tarif einschließ­lich gesetzlichem Zuschlag.

Der Beitrag für Beamte entspricht dem Gesamt­beitrag für Ambulant-, Stationär- und Zahn­tarif einschließ­lich gesetzlichem Zuschlag.

Selbst­beteiligung. Bis zu diesem Betrag muss der Versicherte in jedem Jahr die Kosten für ambulante Leistungen selbst tragen. Die Selbst­beteiligung gilt für die Honorare für nieder­gelassene Ärzte, Psycho­therapeuten und Heilpraktiker sowie die Kosten für alle von diesen verordneten Arznei­mittel, Heil­mittel (z. B. Massagen) und Hilfs­mittel (z. B. Brillen, Prothesen oder Krankenfahrs­tühle).

Monats­beitrag und Selbst­beteiligung wurden kauf­männisch auf volle Euro-Beträge gerundet.

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