Private Kranken­versicherung im Test Test

Die Stiftung Warentest hat Angebote privater Kranken­versicherer für Beamte, Angestellte und Selbst­ständige untersucht und das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. In den Test kamen nur die leistungs­stärksten Angebote. Finanztest hat umfassende Mindest­anforderungen vorgegeben, denn gute private Kranken­versicherungen sollten min­destens so viel bieten wie die gesetzlichen Kassen. Immerhin: Von 107 Tarifen im Test haben fünf ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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TestPrivate Kranken­versicherung im TestFinanztest 05/2014
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Nur Tarife mit hohen Leistungen im Test

Private Kranken­versicherung im Test: 5 von 107 Tarifen sind sehr gut

Die Stiftung Warentest hat Angebote privater Kranken­versicherer für Beamte, Angestellte und Selbst­ständige untersucht und das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. Im Test waren 24 Tarif­angebote für Beamte, 38 Angebote für Angestellte und 45 Angebote für Selbst­ständige. Fünf Mal hat Finanztest die Bestnote für das Preis-Leistungs-Ver­hältnis eines Tarifes vergeben. 29 Mal gab es ein Gut. Mit jedem dieser Angebote sichern sich Kunden deutlich höhere Leistungen als in der gesetzlichen Kranken­versicherung.

Individueller Service auf test.de

Zudem bieten die Experten von Finanztest umfassende Informationen zur Frage, wann ein Wechsel inner­halb der privaten Kranken­versicherung sinn­voll ist, worauf beim Versicherungs­antrag zu achten ist und wann man in der gesetzlichen Kranken­versicherung generell besser aufgehoben ist. Wem es bei der Wahl eines privaten Tarifs auf spezielle Leistungen wie etwa die Behand­lung durch Heilpraktiker oder eine hohe Erstattung für Zahn­ersatz ankommt, der sollte die Analyse Private Krankenversicherung auf test.de nutzen. Die Experten ermitteln dann güns­tige Angebote privater Versicherer nach individuellen Vorgaben. Im Chat auf test.de geben die Versicherungs­expertinnen der Stiftung Warentest zudem Antworten auf Nutzerfragen.

Neue Tarife bieten häufig mehr

Der aktuelle Test zeigt auch: Viele Versicherer haben ihre Angebote verbessert. Anfang 2013 mussten sie ihre Verträge ohnehin umstellen, weil seither Angebote mit gleichen Beiträgen für Männer und Frauen gesetzlich vorgeschrieben sind. Diese neuen Unisextarife bieten nun zum Beispiel umfassende Leistungen für Psycho­therapie oder für Hilfs­mittel wie teure Hörgeräte. Das ist bei vielen älteren Angeboten nicht der Fall. Etliche der privaten Versicherungen enthalten nun sogar Leistun­gen, die bisher fast ausschließ­lich den gesetzlich Versicherten vorbehalten waren. Das sind zum Beispiel Leistungen für häusliche Kranken­pflege, ambulante Kuren, stationäre Rehamaß­nahmen und Sterbe­begleitung für unheil­bar Kranke – ambulant oder in einem Hospiz.

Privat versichern ist nicht für jeden sinn­voll

Trotzdem ist es nicht für jeden sinn­voll, in die private Versicherung zu wechseln. Einfach ist die Entscheidung nur für Beamte. Ihr Dienst­herr trägt mit der Beihilfe einen Teil der Gesund­heits­kosten – auch für ihre Kinder und für den nicht erwerbs­tätigen Ehepartner. Sie brauchen also nur eine Versicherung für den verbleibenden Teil der Gesund­heits­kosten. In der gesetzlichen Kranken­versicherung hingegen müssten Beamte den vollen Beitrag selbst zahlen. Angestellte und Selbst­ständige sollten sich hingegen zweimal über­legen, ob sie sich die Beiträge in der privaten Versicherung auf Dauer leisten können. Wer mit Mitte 30 einsteigt, muss damit rechnen, dass er bei Renten­eintritt mindestens das Dreifache des Beitrags zahlt, der beim Abschluss der Versicherung fällig war.

Rück­kehr in die gesetzliche Kasse oft nicht möglich

Der Beitrag in der privaten Versicherung richtet sich – anders als in der gesetzlichen Kranken­versicherung – nicht nach dem Einkommen, sondern unter anderem nach dem Umfang der vertraglich vereinbarten Leistungen und nach dem Alter und Gesund­heits­zustand des Kunden beim Eintritt. Sinken im Renten­alter die Einkünfte, kann der Beitrag zu einem Problem werden. In die gesetzliche Kasse zurück­zukehren, ist schwierig. Ab dem 55. Lebens­jahr ist der Rückweg für alle so gut wie ausgeschlossen. Angestellte und Selbst­ständige sollten sich deshalb nur privat versichern, wenn sie entweder sehr wohl­habend sind oder vom Abschluss des Vertrages an jeden Monat einige hundert Euro zur Seite legen können, damit sie im Alter genügend Geld für die dann höheren Beiträge haben. Die Experten von Finanztest haben eine Faust­regel entwickelt. Mit ihr kann man sich ein grobes Bild davon machen, wie viel Geld monatlich zur Seite gelegt werden sollte.

Umfassenden Schutz selbst zusammen­stellen

Wer es sich leisten kann, bekommt in der privaten Kranken­versicherung aber auch deutlich höhere Leistungen, als sie die gesetzlichen Kassen bieten. Der Test bietet eine gute Orientierung in der noch immer verwirrenden Vielfalt von etlichen hundert möglichen Tarif­kombinationen. Kunden müssen selbst fest­legen, wie umfang­reich ihr Versicherungs­schutz sein soll. Bei vielen privaten Versicherern setzt sich der Vertrag nach dem Baukastenprinzip aus mehreren Bestand­teilen zusammen. Die wichtigsten Bausteine für alle Versicherten sind der Ambulant-, der Stationär- und der Zahn­tarif. Selbst­ständige und Arbeitnehmer brauchen außerdem ein Kranken­tagegeld, das ihnen den Verdienst­ausfall bei Arbeits­unfähigkeit ersetzt. Und Beamte können Kürzungen bei der Beihilfe ausgleichen, indem sie einen sogenannten Beihilfe­ergän­zungs­tarif abschließen.

Vorteile in der Arzt­praxis

Der Ambulant­tarif umfasst die Honorare für Behand­lungen und Unter­suchungen bei nieder­gelassenen Ärzten. Er ist aber auch für all das wichtig, was diese verschreiben – zum Beispiel Arznei­mittel. Hier sind Privatversicherte generell im Vorteil. Die gesetzlichen Kassen bezahlen rezept­freie Medikamente wie homöo­pathische Mittel, viele Salben und Erkältungs- und Schmerz­mittel bis auf wenige Ausnahmen nicht. Die privaten Versicherer erstatten die Kosten für solche Arzneien in der Regel, wenn ein Arzt sie dem Patienten verschreibt. Außerdem sind Ärzte weder bei ihrem Honorar noch bei den zu verschreibenden Leistungen an Budgets und andere Ober­grenzen gebunden. Und sie erhalten für ihre Leistungen nach der privatärztlichen Gebühren­ordnung mehr Geld als bei einer Abrechnung über das gesetzliche System.

Psycho­therapie sehr wichtig

Höher als in früheren Tests hat Finanztest die Mindest­anforderungen für ambulante Psycho­therapie angesetzt. Alle Tarife im Test müssen nun 50 Therapiesit­zungen im Jahr bieten. Außerdem verlangen die Tester, dass die Versicherer nicht nur Behand­lungen bei Ärzten bezahlen, sondern auch bei psycho­logischen Psycho­therapeuten. Da es viel mehr Psycho­logen als Ärzte mit entsprechender Ausbildung gibt, steigt so die Chance für Patienten, schnell geeignete Hilfe zu finden.

Gut versorgt im Kranken­haus

Den größten Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatient gibt es im Kranken­haus. Entscheidend ist dabei nicht die Unterbringung im Ein- oder Zweibett­zimmer, sondern der Anspruch, sich von Chef­ärzten behandeln zu lassen. Die Chef­arzt­behand­lung bieten alle Tarife im Test. Einige Versicherer über­nehmen zusätzlich besonders hohe Arzt­honorare im Kranken­haus.

Schöne Zähne, teure Zähne

Zahn­ersatz durch Kronen, Brücken oder Implantate kann etliche tausend Euro kosten. Neben den Honoraren der Zahn­ärzte fallen die Material- und Labor­kosten erheblich ins Gewicht. Sie machen mitunter bis zwei Drittel der Gesamt­rechnung aus. Wer für Zahn­ersatz eine hohe Absicherung wünscht, sollte darauf achten, dass der Versicherer sich an diesen Kosten mit möglichst wenig Einschränkungen beteiligt. Implantate sind in allen sehr guten und guten Tarifen im Test enthalten.

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