Nur ein kleiner Schnupfen ­ und der Arzt startet sofort einen mehrtägigen Untersuchungsmarathon und beginnt aufwendige Behandlungen: Solchen überengagierten Doktoren können private Krankenversicherer den Geldhahn zudrehen.

Wer von seiner privaten Krankenversicherung über den Ausschluss seines Arztes von der Kostenerstattung informiert wird, sollte schleunigst den Arzt wechseln. Setzt der Patient die Behandlung bei dem übereifrigen Mediziner fort, bleibt er auf den Rechnungen sitzen.

Krankenversicherer dürfen einen Arzt von der Erstattung der Behandlungskosten ausschließen, wenn dieser regelmäßig eine medizinisch nicht vertretbare Überdiagnostik und -therapie betreibt und dadurch die Honorarrechnungen unangemessen in die Höhe treibt. Der Ausschluss gilt so lange, bis der Versicherer ihn wieder aufhebt.

Die Patienten haben später keine Chance, eine erneute Einzelfallprüfung ihrer Rechnungen durch die Versicherungsgesellschaft zu erzwingen, urteilte vor kurzem das Oberlandesgericht Koblenz (Az. 10 U 847/99). Der betroffene Patient muss Behandlungs- und Medikamentenkosten in Höhe von über 46.000 Mark selbst bezahlen, weil er sich auch nach dem Leistungsausschluss von seinem bisherigen Arzt weiter behandeln ließ.

Dieser Artikel ist hilfreich. 144 Nutzer finden das hilfreich.