Nicht jede Rechnung, die ein Arzt privat abrechnet, wird auch vom Versicherer akzeptiert.

Ein Ombuds­mann vermittelt kostenlos bei Ärger mit dem privaten Kranken­versicherer. Meist geht es dabei um Arzt­rechnungen, Heil- oder Hilfs­mittel und die Frage, ob eine bestimmte Behand­lung medizi­nisch notwendig war. Immerhin in jedem dritten Fall ist der Ombuds­mann mit seinen Bemühungen um Schlichtung erfolg­reich.

Rund 5 000 Beschwerden über private Kranken­versicherer

Der Ombuds­mann der privaten Kranken­versicherung (PKV) nahm im Jahr 2019 rund 5 000 Beschwerden zur außerge­richt­lichen Klärung an. Laut dem jüngst vorgelegten Tätig­keits­bericht ging es in 4 053 Fällen um die private Voll­versicherung. Privat Versicherte können diese Möglich­keit der außerge­richt­lichen Schlichtung nutzen, nachdem sie sich erfolg­los beim Versicherer um eine Klärung bemüht haben. Auch mit Beschwerden über Versicherungs­vermittler können sich Kunden an den Ombuds­mann wenden.

So erreichen Sie den PKV-Ombuds­mann

Der Ombuds­mann ist für die private Kranken- und Pflege­versicherung zuständig und auf verschiedenen Wegen erreich­bar.

Online: Kontaktformular unter pkv-ombudsmann.de,
Telefon: 0 800-2 55 04 44 (kostenfrei aus deutschen Telefonnetzen),
Brief: Ombuds­mann, Private Kranken- und Pflege­versicherung,
Post­fach 06 02 22, 10052 Berlin.

Viel Streit über Arzt­rechnungen

Am häufigsten gibt es Streit um Arzt­rechnungen, wie unsere Grafik zeigt.

Privat Versicherte beschwerten sich am häufigsten, wenn sie Probleme mit der Erstattung von Rechnungen ihrer Ärzte oder Zahn­ärzte hatten. Nicht immer akzeptieren Versicherungs­gesell­schaften die berechneten Honorare. Manchmal halten Versicherer auch die gesamte Behand­lung oder einzelne Behand­lungs­schritte für medizi­nisch nicht notwendig. Versicherte müssen dann klären, ob Arzt oder Versicherer einen Fehler gemacht haben oder ob sie den strittigen Betrag aus eigener Tasche zahlen müssen.

Rechts­schutz für hohe Prozess­kosten

Eine außerge­richt­liche Streit­schlichtung kostet nichts. Wird ein Rechts­anwalt einge­schaltet, kann es teuer werden. Verlieren privat Versicherte einen Prozess, bezahlen sie nicht nur die eigenen Anwälte, sondern müssen die Gerichts­kosten und die Kosten der gegnerischen Anwälte tragen. Bei Auseinander­setzungen um medizi­nische Fragen sind außerdem oft teure Gutachten von Fachleuten erforderlich. Hier hilft eine Rechtsschutzversicherung. Was privat Kranken­versicherte tun können, wenn sie Stress mit ihrem Versicherer haben, zeigt unser Special Private Krankenversicherung: So handeln Sie, wenn es Probleme gibt.

PKV-Ombuds­mann darf nicht entscheiden

Anders als der „normale“ Versicherungs-Ombuds­mann darf der Schlichter der privaten Kranken­versicherung allerdings nichts entscheiden. Er vermittelt lediglich und spricht Empfehlungen aus. Welche Möglich­keiten Verbrauche­rinnen und Verbrauchern offen­stehen, um Streit außerge­richt­lich beizulegen, lesen Sie in unserem Special Schlichtungsstellen.

Bearbeitung dauert fast ein halbes Jahr

Wer sich an den Ombuds­mann wendet, braucht Geduld. Im Durch­schnitt dauerte die Bearbeitung eines Falls 23 Wochen, also fast ein halbes Jahr. Von den 5 002 zugelassenen Be­schwer­den waren zum Jahres­ende 2 928 noch in Bearbeitung. Verjäh­rungs­fristen ruhen während des Schlich­tungs­verfahrens.

Jede dritte Beschwerde erfolg­reich

In 352 Fällen einigten sich Kunden und Versicherer mithilfe des Ombuds­manns, 343 Verfahren wurden auf Wunsch der Antrag­stellenden einge­stellt. In 1 379 Fällen war eine Schlichtung nicht möglich, zwei von drei der bearbeiteten Beschwerden blieben also erfolg­los.

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