Private Kranken­versicherung Meldung

Freiwillig gesetzlich krankenversicherte Männer sollten noch im September bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse kündigen, wenn sie sich ganz sicher sind, dass sie in die private Krankenversicherung wechseln wollen. Doch Vorsicht: Dieser Schritt ist für viele nicht sinnvoll.

Ab dem 21. Dezember wird es für Männer teurer

Ab dem 21. Dezember 2012 wird die private Kranken­versicherung für Männer deutlich teurer – für Frauen vielleicht etwas güns­tiger. Denn nach diesem Datum dürfen die Unternehmen nur noch geschlechts­neutral kalkulierte Tarife anbieten, so genannte Unisextarife Special Unisextarife: Für Männer wird es teurer. Die Bundes­regierung will außerdem fest­legen, dass Kunden, die einen der neuen Unisextarife abschließen, danach nicht in einen alten geschlechts­abhängig kalkulierten Tarif ihres Versicherers wechseln dürfen.

Keine Torschluss­panik

Wer als Mann also in einen für ihn güns­tigeren geschlechts­abhängigen Tarif möchte, muss den Vertrag spätestens zum 1. Dezember 2012 abschließen. In „Schluss­verkaufs­stimmung“ sollten Kunden diese Entscheidung aber nicht treffen. Denn im Alter können die dann höheren Beiträge der privaten Kranken­versicherung zu einer großen Belastung werden. Wer erst einmal privat versichert ist, kommt nur sehr schwer wieder in die gesetzliche Kranken­versicherung zurück. Ab dem 55. Geburts­tag ist eine Rückkehr nur noch in wenigen Ausnahmefällen möglich.

Check­liste hilft bei der Entscheidung

„Kommt eine private Kranken­versicherung für mich über­haupt infrage?“ Bei dieser Entscheidung hilft unsere Checkliste „Gesetzlich oder privat versichern“. Sie nennt Voraus­setzungen, die erfüllt sein sollten, damit ein Wechsel in die Privatversicherung sinn­voll ist. Beamte auf Lebens­zeit brauchen sich nicht so viele Gedanken zu machen. Für sie ist die Privatversicherung aufgrund der Beihilfe­regelungen in aller Regel güns­tiger. Die Tabelle Kasse oder privat zeigt die grund­legenden Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Kranken­versicherung.

Kündigungs­frist in der gesetzlichen Kasse

In der gesetzlichen Kranken­versicherung gilt eine Kündigungs­frist von zwei Monaten zum Monats­ende. Wer also zum 1. Dezember 2012 in die private Kranken­versicherung wechseln möchte, sollte noch im September die schriftliche Kündigung bei seiner gesetzlichen Krankenkasse einreichen, damit seine Mitgliedschaft dort zum 30. November endet. Wer später kündigt, hat zusätzliche Kosten, weil er bis zum Ende der Kündigungs­frist sowohl für die gesetzliche als auch für die private Versicherung Beiträge bezahlen muss.

Beratung bei der Auswahl der Privatpolice

Auch um die Auswahl einer geeigneten privaten Police sollten Kunden sich so schnell wie möglich kümmern. Die Unterschiede zwischen den Angeboten sind enorm. Kunden können sich nicht darauf verlassen, dass Versicherungs­vertreter sie auf alle Fallen hinweisen und sie das beste und güns­tigste Angebot erhalten. Deshalb ist es sinn­voll, die Hilfe eines Versicherungs­beraters in Anspruch zu nehmen. Der verlangt für die Beratung zwar ein Honorar vom Kunden, dafür ist er unabhängig von den Versicherern. Eine Beratersuche gibt es zum Beispiel unter www.bvvb.de.

Wenn alle Stricke reißen

Findet jemand kein geeignetes privates Versicherungs­angebot, verlangt der Versicherer hohe Risiko­zuschläge wegen Vorerkrankungen oder lehnt er einen Kunden ganz ab, dann kommt der Kunde wieder in seine gesetzliche Kasse zurück. Denn die Kündigung wird nur wirk­sam, wenn der Versicherte seiner gesetzlichen Kasse inner­halb der Kündigungs­frist das Bestehen eines anderweitigen Versicherungs­schutzes anzeigt. Das gilt auch, wenn jemand es sich inner­halb dieser Frist anders über­legt und den bereits geschlossenen privaten Kranken­versicherungs­vertrag widerruft.

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