Private Krankenversicherung Meldung

Ein Versicherungsvertreter muss nicht von sich aus darauf aufmerksam machen, dass die private Krankenversicherung bei Familienzuwachs zur Kostenfalle werden kann. Das Oberlandesgericht Celle urteilte: Ein Kunde bekommt keinen Schadenersatz vom Vermittler oder der Versicherungsgesellschaft, wenn sich herausstellt, dass es für ihn günstiger gewesen wäre, in der gesetzlichen Kasse zu bleiben (Az. 8 U 189/07).

Der Kunde war zur privaten Krankenversicherung gewechselt, seine Frau samt Kind blieb in der gesetzlichen Krankenkasse. Als das zweite Kind kam und die Frau nicht mehr arbeiten wollte, musste sich die gesamte nun vierköpfige Familie privat krankenversichern und zahlte erheblich mehr Beitrag als in der gesetzlichen Kasse.

Ein Beratungsfehler ist dem Vertreter aber nicht vorzuwerfen. Ein Vertreter, der ausschließlich für ein privates Versicherungsunternehmen arbeitet, muss nur korrekt über sein Angebot informieren. Er ist nicht verpflichtet, über die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung aufzuklären, wenn der Kunde ihn nicht danach fragt.

Tipp: Wer sich die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht zutraut, wendet sich besser an einen unabhängigen Finanz- oder Versicherungsberater.

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