Private Kranken­versicherung Meldung

Ein Vater bezahlt für sich und die Töchter die private Kranken­versicherung und will den vereinbarten Selbst­behalt von 3 960 Euro zusätzlich zum Jahres­beitrag als Sonder­ausgabe absetzen. Finanz­amt und Finanzge­richt lehnen ab. Jetzt liegt der Fall beim Bundes­finanzhof (BFH). Ist der Selbst­behalt keine Sonder­ausgabe, wird der BFH prüfen, ob er voll als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden muss (Az. X R 43/14).

Versicherte können sich einklinken, indem sie Einspruch gegen ihren Steuer­bescheid einlegen. Sie beantragen für ihren Selbst­behalt den Abzug als Sonder­ausgabe oder außergewöhnliche Belastung und verweisen auf den Prozess. Damit ihr Bescheid offenbleibt, bitten sie um Ruhen des Verfahrens — wie in unseren Muster­briefen im Special Neue Musterprozesse Steuern: So können Sie bei Klagen mitgewinnen, Finanztest 11/2014.

Bisher dürfen Versicherte nur Kosten für Krankheiten absetzen. Ihre Ausgaben sind außergewöhnliche Belastungen, die nur Steuererspar­nisse bringen, wenn die zumut­bare Belastung über­schritten ist.

Hat der Vater aus dem Prozess zum Beispiel Jahres­einkünfte von 60 000 Euro, beträgt seine zumut­bare Belastung 2 400 Euro (4 Prozent). Gibt er den Selbst­behalt von 3 960 Euro für Arzt­kosten aus, kann er nur 1 560 Euro absetzen.

Tipp: Geben Sie auch geringe Krank­heits­kosten in der Einkommensteuererklärung an. Der BFH muss noch prüfen, ob das Finanz­amt davon eine zumut­bare Belastung abziehen darf. Ihr Steuer­bescheid bleibt auto­matisch offen.

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