Das Stichwort: Alterungsrückstellung

In jungen Jahren zahlen privat Krankenversicherte höhere Prämien als nötig, um die ­ statistisch errechneten ­ Kosten für Ärzte, Medikamente und Krankenhausbehandlungen auszugleichen. Der zu viel gezahlte Betrag ist der Grundstock der Alterungsrückstellung.

Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV) sind gesetzlich verpflichtet, diese Rückstellungen als "Altersvorsorge" für ihre Versicherten anzulegen. Bis Ende 1999 haben die PKV-Gesellschaften rund 100 Milliarden Mark Alterungsrückstellungen angesammelt.

Zinserträge aus diesem Kapital fließen zusätzlich in die Rückstellung. Kalkuliert wird mit einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Von den darüber hinausgehenden jährlichen Zinserträgen müssen die Unternehmen weitere 90 Prozent für die Finanzierung einer Beitragsentlastung im Alter zurücklegen.

Hinzu kommt seit Anfang dieses Jahres für alle Neukunden ein Zuschlag von 10 Prozent, der vom 21. bis zum 60. Lebensjahr auf die Beiträge erhoben wird und ebenfalls der Altersvorsorge dient. Altkunden, die vor dem 1. Januar 2000 eingetreten sind, können wählen, ob sie den Zuschlag ebenfalls zahlen wollen. Entscheiden sie sich dafür, wird ihre Prämie ab dem 1. Januar 2001 jährlich um 2 Prozent erhöht.

Ab dem 65. Lebensjahr werden die durch den Zuschlag angesammelten Mittel verwendet, um den weiteren Beitragsanstieg zu begrenzen. Wer seit vielen Jahren in einem Unternehmen privat versichert ist, kann auf konstante Prämien hoffen, ab dem 80. Lebensjahr könnte es eventuell sogar zu einer Beitragssenkung kommen.

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