Private Krankenversicherer müssen ihren Kunden auch teure Spezialoperationen in Privatkliniken bezahlen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) (Az. IV ZR 278/01).

Geklagt hatte ein Beamter, der sich nach einer Serie von Bandscheibenvorfällen in einer Münchner Spezialklinik behandeln ließ. Das kostete 23 665 Euro. Für die Hälfte der Kosten war bei dem kinderlosen Beamten die Beihilfe zuständig. Von der anderen Hälfte wollte die private Krankenversicherung nur knapp 2 300 Euro übernehmen.

Damit kam der Versicherer vor Gericht nicht durch. Entscheidend ist allein die medizinische Notwendigkeit, urteilte der BGH. Die Höhe der Kosten spielt keine Rolle. Denn in den Versicherungsbedingungen steht, dass der Versicherer die „medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen“ bezahlen muss.

Für den Ersatz von Arztrechnungen gilt das Urteil des BGH aber nicht. Hier sehen die Versicherungsbedingungen für die meisten Policen ausdrücklich Obergrenzen vor. Der Krankenversicherer ersetzt nur Rechnungen bis zu dem vereinbarten Steigerungssatz der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Je nach Tarif übernimmt der Versicherer die Arztkosten zum Beispiel bis zum 2,3fachen oder bis zum 3,5fachen GOÄ-Satz (Höchstsatz). Nur wenn die Versicherungsbedingungen keine Begrenzung vorsehen, zahlt die Versicherung auch Arztrechnungen, die darüber hinausgehen.

Tipp: Holen Sie vor teuren Behandlungen die Zustimmung Ihres Versicherers ein. Sie laufen sonst Gefahr, einen Teil selbst zahlen zu müssen.

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