Ein Versicherer darf keinen Privatdetektiv engagieren, um zu überprüfen, ob ein Kunde unrechtmäßig Leistungen aus seiner privaten Krankenversicherung ­bezieht. Der Einsatz eines Detektivs sei „unredlich“, wenn der Versicherer keine „tatsächlichen Anhaltspunkte“ für ein Fehlverhalten habe, so das Landgericht Dortmund (Az. 2 O 71/07). Das Gericht gab einem selbstständigen Kfz-Meister recht. Der 61-jährige Mann hatte nach einer Operation am Arm Krankentagegeld von seinem Versicherer beansprucht. Ein Privatdetektiv hatte ihn daraufhin mit der Reparatur eines Autos beauftragt. Der Kfz-Meister nahm den Auftrag an und der Versicherer kündigte ihm danach die seit mehr als 30 Jahren bestehende Krankenversicherung. Die Kündigung sei unwirksam, es gebe dafür keinen „wichtigen Grund“, so das Gericht. Der Mann habe nur an drei Tagen gearbeitet und keine volle Arbeitsleistung erbracht. Außerdem wider­spreche eine Kündigung der „sozialen Funktion“ einer Krankenversicherung.

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