Ärzte können bei privat Versicherten jede einzelne Unter­suchung oder Beratung abrechnen. Die Patientin bezahlt und reicht die Rechnung dann bei ihrer Kranken­versicherung ein.

Die Stiftung Warentest hat 120 Angebote privater Kranken­versicherer für Beamte, Angestellte und Selbst­ständige untersucht. Im Test waren 26 Tarife für Beamte, 41 für Angestellte und 53 für Selbst­ständige. Drei Mal hat Finanztest das Qualitäts­urteil Sehr gut vergeben. 16 Mal gab es ein Gut. Mit jedem dieser Tarif­angebote sichern sich Kunden deutlich höhere Leistungen als in der gesetzlichen Kranken­versicherung.

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TestPrivate Kranken­versicherung im Test15.10.2019
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Nur Tarife mit hohen Leistungen im Test

In der privaten Kranken­versicherung (PKV) wählen Kunden den Umfang ihres Versicherungs­schutzes selbst aus. Es ist wichtig, hier auf Qualität zu setzen, denn niemand weiß vorher, welche medizi­nischen Leistungen er einmal brauchen wird. Im Krank­heits­fall ist es meist nicht mehr möglich, sich höher zu versichern. In unseren Test haben wir deshalb nur Angebote aufgenommen, die einen umfassenden Qualitäts­stan­dard bieten (Mindestanforderungen an die Tarife im Test). Mit allen Tarifen haben Kunden einen Versicherungs­schutz deutlich über den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Sie riskieren keine gefähr­lichen Leistungs­lücken, wenn sie hier güns­tige Tarife wählen.

Das bietet der Vergleich Private Kranken­versicherung

Test­ergeb­nisse. Unsere drei Tabellen zeigen Bewertungen der Stiftung Warentest für 120 Tarif­angebote von 30 Versicherern. Wir haben ermittelt, was gesunde Beamte, Angestellte und Selbst­ständige zahlen, die mit 35 Jahren in die private Kranken­versicherung eintreten. In unseren Vergleich privater Kranken­versicherungen gingen das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beitrags­entwick­lung der zurück­liegenden sechs Jahre ein.

Entscheidungs­hilfe. Wir sagen, welche Mindest­anforderungen die Stiftung Warentest an PKV-Tarife stellt, und nach welchen Kriterien Sie entscheiden sollten, ob eine gesetzliche oder eine private Kranken­versicherung für Sie das Richtige ist und wie Sie über­schlags­mäßig berechnen können, was Sie eine private Kranken­versicherung im Alter kosten wird (siehe PDF).

Tipps. Wir sagen, wie Sie einen guten Versicherungs­schutz mit möglichst güns­tigen Beiträgen finden und was Sie beim Ausfüllen des Versicherungs­antrags beachten müssen (Stich­wort: Gesund­heits­prüfung).

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 11/2019.

Das kosten sehr gute PKV-Tarife

Für ein sehr gutes Angebot zahlen 35-jährige ledige Bundes­beamte mindestens 209 Euro Beitrag im Monat. Unsere 35-jährige angestellte Modell­kundin zahlt für die beste private Kranken­versicherung 431 Euro bei einem jähr­lichen Selbst­behalt von 450 Euro. Freiberufler, die den Vertrag mit 35 Jahren abschließen, zahlen im besten Tarif 457 Euro monatlich für ihre private Kranken­versicherung und müssen einen Selbst­behalt von 960 Euro im Jahr tragen.

Umfassenden Schutz selbst zusammen­stellen

Wer es sich leisten kann, bekommt in der privaten Kranken­versicherung deutlich höhere Leistungen, als sie die gesetzlichen Kassen bieten. Der Vergleich der Stiftung Warentest bietet eine gute Orientierung in der verwirrenden Vielfalt von etlichen hundert möglichen Tarif­kombinationen. Denn: Kunden müssen selbst fest­legen, wie umfang­reich ihr Versicherungs­schutz sein soll.

Versicherungs­schutz für Arzt, Zahn­arzt und Kranken­haus

Bei vielen privaten Versicherern setzt sich der Vertrag nach dem Baukastenprinzip aus mehreren Bestand­teilen zusammen. Die wichtigsten Bausteine für alle Versicherten sind der Ambulant-, der Stationär- und der Zahn­tarif. Selbst­ständige und Arbeitnehmer brauchen außerdem ein Kranken­tagegeld, das ihnen den Verdienst­ausfall bei Arbeits­unfähigkeit ersetzt. Und Beamte können Kürzungen bei der Beihilfe ausgleichen, indem sie einen sogenannten Beihilfe­ergän­zungs­tarif abschließen.

Das sind die Vorteile einer guten privaten Kranken­versicherung

Sie bezahlt (fast) alles, was der Arzt verschreibt. Der Ambulant­tarif umfasst neben den Honoraren für Behand­lungen und Unter­suchungen bei nieder­gelassenen Ärzten auch all das, was letztere verschreiben – zum Beispiel Arznei­mittel. Hier sind Privatversicherte generell im Vorteil. Bis auf wenige Ausnahmen kommen die gesetzlichen Kassen nämlich nicht für rezept­freie Medikamente auf – wie homöo­pathische Mittel, viele Salben und Erkältungs- und Schmerz­mittel. Die privaten Versicherer erstatten die Kosten für solche Arzneien in der Regel, wenn ein Arzt sie dem Patienten verschreibt. Außerdem sind Ärzte weder bei ihrem Honorar noch bei den zu verschreibenden Leistungen an Budgets und andere Ober­grenzen gebunden. Und sie erhalten für ihre Leistungen nach der privatärztlichen Gebühren­ordnung mehr Geld als bei einer Abrechnung über das gesetzliche System.

Der Versicherte ist gut versorgt im Kranken­haus. Den größten Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatient gibt es im Kranken­haus. Entscheidend ist dabei nicht die Unterbringung im Ein- oder Zweibett­zimmer, sondern der Anspruch, sich von Chef­ärzten behandeln zu lassen. Die Chef­arzt­behand­lung bieten alle Tarife im Test. Einige Versicherer über­nehmen zusätzlich besonders hohe Arzt­honorare im Kranken­haus.

Hohe Absicherung auch bei Zahn­ersatz. Kronen, Brücken oder Implantate können etliche tausend Euro kosten. Neben den Honoraren der Zahn­ärzte fallen die Material- und Labor­kosten erheblich ins Gewicht. Sie machen mitunter bis zwei Drittel der Gesamt­rechnung aus. Wer für Zahn­ersatz eine hohe Absicherung wünscht, sollte darauf achten, dass der Versicherer sich an diesen Kosten mit möglichst wenig Einschränkungen beteiligt. Implantate sind in allen sehr guten und guten Tarifen im Test enthalten.

Vor allem für Beamte sinn­voll

Trotzdem ist es nicht für jeden sinn­voll, in die private Versicherung zu wechseln. Einfach ist die Entscheidung nur für Beamte. Ihr Dienst­herr trägt mit der Beihilfe einen Teil der Gesund­heits­kosten – auch für ihre Kinder und für den nicht erwerbs­tätigen Ehepartner. Sie brauchen also nur eine Versicherung für den verbleibenden Teil der Gesund­heits­kosten. In der gesetzlichen Kranken­versicherung hingegen müssten Beamte in den meisten Bundes­ländern den vollen Beitrag selbst zahlen. Angestellte und Selbst­ständige sollten sich hingegen zweimal über­legen, ob sie sich die Beiträge in der privaten Versicherung auf Dauer leisten können. Wer mit Mitte 30 einsteigt, muss damit rechnen, dass er bei Renten­eintritt mindestens das Dreifache des Beitrags zahlt, der beim Abschluss der Versicherung fällig war.

Früh­zeitig für die höheren Beiträge im Alter vorsorgen

Der Beitrag in der privaten Versicherung richtet sich – anders als in der gesetzlichen Kranken­versicherung – nicht nach dem Einkommen, sondern unter anderem nach dem Umfang der vertraglich vereinbarten Leistungen und nach Alter und Gesund­heits­zustand des Kunden beim Eintritt. Sinken im Renten­alter die Einkünfte, kann der Beitrag zu einem Problem werden.

Rück­kehr in die gesetzliche Krankenkasse

In die gesetzliche Kasse zurück­zukehren, ist schwierig. Ab dem 55. Lebens­jahr ist der Rückweg für alle so gut wie ausgeschlossen (wie es doch geht, steht in unserem Special Zurück in die gesetzliche Kasse – so gehts). Angestellte und Selbst­ständige sollten sich deshalb nur privat versichern, wenn sie entweder sehr wohl­habend sind oder vom Abschluss des Vertrages an jeden Monat einige hundert Euro zur Seite legen können, damit sie im Alter genügend Geld für die dann höheren Beiträge haben. Die Experten von Finanztest haben eine Faust­regel entwickelt, um grob einzuschätzen, wie viel Geld ab 67 Jahren jeden Monat gebraucht wird (mehr dazu im PDF zum Testbe­richt).

Tipp: Allgemeine Informationen zur PKV bietet unser ausführ­liches kostenloses Special Private Krankenversicherung: Alles was Sie wissen müssen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 15. Oktober 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine ältere Unter­suchung.

Korrigiert am 18. Oktober 2019

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