Private Kranken­versicherung

Wechseln Schritt für Schritt

Inhalt
Private Kranken­versicherung - Wechseln spart Geld
Rückweg offenhalten. Ein zu hoher Selbst­behalt kann später zum Hindernis werden. © imago/CHROMORANGE

1. Vertrag prüfen

Gehen Sie Ihren derzeitigen Versicherungs­vertrag durch: Welche Leistungen, welche Einschränkungen enthält er, wie hoch ist der Selbst­behalt? Achten Sie nicht nur auf Arzt­honorare, sondern auch auf Leistungen wie Psycho­therapie, Heil­mittel wie Physio- oder Ergo­therapie, Reha-Leistungen sowie Hilfs­mittel vom Hörgerät bis zu Roll­stühlen. Unsere Checkliste Private Krankenversicherung hilft Ihnen, alle wichtigen Punkte zu erfassen.

2. Anforderungen notieren

Schreiben Sie sich auf: Welche Leistungen wollen Sie behalten, welche benötigen Sie nicht unbe­dingt, wo hätten Sie gerne mehr? Welcher Eigen­anteil, zum Beispiel für Zähne, ist akzeptabel?

3. Anfrage starten

Fordern Sie Ihren Versicherer auf, Ihnen gemäß Paragraf 204 Versicherungs­vertrags­gesetz umfassend Angebote für einen Tarifwechsel zu machen. Bitten Sie um detaillierte Auskunft, welche Mehr- und Minderleistungen die einzelnen Angebote im Vergleich zu Ihrem jetzigen Tarif haben und auf welcher Grund­lage die Auswahl erfolgte. Der Versicherer soll Ihnen auch geschlossene Tarife nennen. Machen Sie alles schriftlich und setzen Sie Fristen.

4. Druck machen

Gehen Sie davon aus, dass Sie im ersten Anlauf noch nicht das optimale Angebot erhalten. Schlägt Ihr Versicherer nur einen höheren Selbst­behalt vor oder reagiert gar nicht, fordern Sie ihn auf, Sie bedarfs­gerecht zu beraten. Tun Sie das per Einschreiben und setzen Sie wieder eine Frist. Bringt das nichts, wenden Sie sich an den Vorstand der Versicherungs­gesell­schaft. Beschweren können Sie sich auch beim PKV-Ombudsmann und der Finanzaufsicht Bafin.

5. Hilfe holen

Falls Ihnen der Vergleich Ihrer aktuellen mit alternativen Vertrags­leistungen zu mühsam ist, lassen Sie sich helfen. Achten Sie aber darauf, wonach Dienst­leister ihre Vergütung bemessen.

6. Mehr­leistungen checken

Lassen Sie sich nicht vom Hinweis auf eine erneute Gesund­heits­prüfung abschre­cken. Sie riskieren nichts, sondern haben die Chance auf bessere Leistungen. Ein möglicher Risiko­zuschlag oder Ausschluss bezieht sich nur auf die Mehr­leistungen, die der neue Tarif bietet.

7. Risiko­zuschlag erfragen

Der Versicherer muss sagen, für welche Leistungen und welche Krankheiten er einen Risiko­zuschlag will. Fragen Sie nach: Mit welchen Fakten begründet er das? Liegt ein Irrtum vor oder hat sich ein Krank­heits­verdacht nach Unter­suchungen nicht bestätigt, verlangen Sie, dass der Zuschlag entfällt. Besteht der Zuschlag zu Recht, können Sie immer noch auf Mehr­leistungen verzichten.

8. Tarif wechseln

Wenn alles passt, wechseln Sie. Hat die Umstellung viele Monate gedauert, verlangen Sie, dass der Versicherer Sie rück­wirkend in den güns­tigeren Tarif umstuft. Wenn die Beiträge wieder steigen, prüfen Sie nach einigen Jahren erneut einen Wechsel.

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