Glossar

Hier erklären wir die wichtigsten Fach­ausdrücke, auf die Privatversicherte immer wieder stoßen.

Alterungs­rück­stellung

Private Kranken­versicherer kalkulieren den Beitrag so, dass Kunden in jüngeren Jahren mehr zahlen, als der Versicherer für ihre Gesund­heits­leistungen ausgibt. Die Differenz wird angelegt und bildet die Rück­stellung für die höheren Behand­lungs­kosten im Alter. Auch für Beitrags­entlastungs­tarife wird eine Alterungs­rück­stellung gebildet.

Gesetzliche Beitrags­ermäßigung

Vom Pfeil nach rechtsÜber­zins jedes Geschäfts­jahres erhalten die Kunden laut Paragraf 150 Versicherungs­aufsichts­gesetz 90 Prozent gutgeschrieben:

  • Individuelle Rück­stellung: Zunächst erhalten Versicherte, die den Pfeil nach rechtsZehn-Prozent-Zuschlag gezahlt haben, den Anteil des Über­zinses, der auf diesen Zuschlag entfällt. Vom verbleibenden Rest erhalten alle Kunden aktuell 84 Prozent gutgeschrieben. Diese Mittel werden ab einem Alter von 65 Jahren einge­setzt, um Beitrags­erhöhungen zu vermeiden oder abzu­mildern, ab 80 Jahren auch zur Beitrags­senkung.
  • Kollektive Rück­stellung: Die anderen 16 Prozent fließen in eine Rück­stellung für Versicherte, die bereits heute 65 Jahre oder älter sind. Inner­halb von drei Jahren muss das Geld dort verwendet werden, um Beitrags­erhöhungen zu begrenzen. Dieser Teil wird schritt­weise reduziert. Ab 2025 werden die gesamten 90 Prozent des Über­zinses individuell gutgeschrieben.

Rechnungs­zins

Für die Verzinsung der Pfeil nach rechtsAlterungs­rück­stellung und damit für die Berechnung der Beiträge dürfen private Kranken­versicherer maximal mit 3,5 Prozent kalkulieren. Aktuell liegen die Rechnungs­zinsen der Unternehmen meist bei maximal 2,75 Prozent. Erzielen sie höhere Zins­erträge, regeln gesetzliche Vorgaben, wie dieser Pfeil nach rechtsÜber­zins zu verwenden ist. Wenn ein Unternehmen den bisherigen Rechnungs­zins mit seinen Kapital­anlagen lang­fristig nicht mehr erreicht, muss es ihn senken. Sinkt der Rechnungs­zins, steigen die Beiträge – auch im Entlastungs­tarif.

Über­tragungs­wert

Kunden, die ihren Vertrag ab dem 1. Januar 2009 geschlossen haben, können bei einem Wechsel zu einer anderen Gesell­schaft einen Teil der für den alten Tarif angesparten Pfeil nach rechtsAlterungs­rück­stellung mitnehmen. Dieser Über­tragungs­wert entspricht jedoch maximal der Alterungs­rück­stellung, die für die Leistungen des Basis­tarifs notwendig wäre. Da die meisten Tarife einen größeren Leistungs­umfang als der Basis­tarif und daher höhere Rück­stel­lungen haben, verliert der Kunde beim Wechsel einen großen Teil. Er kann die Mittel aber beim alten Versicherer für eine Kranken­zusatz­versicherung verwenden (Paragraf 204 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungs­vertrags­gesetz).

Über­zins

Erzielt ein Versicherer bei der Anlage der Pfeil nach rechtsAlterungs­rück­stel­lungen eine Verzinsung, die über dem Rechnungs­zins liegt, werden die daraus entstehenden Kapital­erträge als Über­zins bezeichnet. Davon fließen 90 Prozent in die Rück­stel­lungen für die Pfeil nach rechts gesetzliche Beitrags­ermäßigung im Alter.

Zehn-Prozent-Zuschlag

Um Beitrags­steigerungen im Alter abzu­mildern, wurde zum 1. Januar 2000 ein Zehn-Prozent-Zuschlag auf den Kranken­versicherungs­beitrag einge­führt. Privat Versicherte müssen ihn vom 21. bis zum 60. Lebens­jahr zahlen. Ab 65 Jahren dient das so angesparte und verzinste Geld zur Beitrags­stabilisierung, ab 80 kann es auch zur Beitrags­senkung einge­setzt werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 33 Nutzer finden das hilfreich.