Kasse oder privat – zwei Systeme im Vergleich

Gesetzliche Kranken­versicherung

Private Kranken­versicherung

Gesetzliche Kranken­versicherung

Private Kranken­versicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen jeden als Mitglied aufnehmen, der die gesetzlichen Voraus­setzungen erfüllt.

Die privaten Versicherer können Kunden ablehnen, zum Beispiel wegen Vorerkrankungen. Nur in den branchen­einheitlichen Basis­tarif, dessen Leistungen etwa denen der gesetzlichen Kassen entsprechen, müssen sie jeden aufnehmen.

Der Wechsel zwischen allgemein geöff­neten Krankenkassen ist beliebig möglich.

Der Wechsel des Unter­nehmens ist nur einge­schränkt möglich, für Ältere und Kranke praktisch nur im Basis­tarif.

Beiträge

Gleicher Beitrags­satz für Frauen und Männer, Kranke und Gesunde, Alte und Junge. Beitrag nach dem Einkommen, derzeit maximal 592,88 Euro im Monat. Selbst­ständige zahlen mindestens 305,16 Euro im Monat, Existenz­gründer 203,44 Euro (jeweils mit Krankengeld­anspruch).

Der Beitrag richtet sich nach Eintritts­alter, Umfang der Tarif­leistungen und Gesund­heits­zustand beim Abschluss. Er ist unabhängig vom Einkommen und kann nach­träglich steigen. Die bisherigen Beitrags­unterschiede zwischen Männern und Frauen gelten für Neukunden ab dem 21. Dezember 2012 nicht mehr.

Kinder und Ehepartner/in ohne eigenes Einkommen sind beitrags­frei.

Für jedes Familien­mitglied muss Beitrag gezahlt werden, auch für Kinder.

Leistungen und Abrechnung

Patienten erhalten Behand­lungen und Medikamente bargeldlos über die Chipkarte und zahlen nur Zuzah­lungen und Praxis­gebühr selbst.

Patienten bezahlen Behand­lungen und Medikamente selbst und reichen die Rechnungen später zur Erstattung beim Versicherer ein.

Art und Umfang der wesentlichen medizi­nischen Leistungen sind gesetzlich geregelt und deshalb bei allen Kassen gleich.

Art und Umfang der Leistungen werden vertraglich vereinbart. Sie sind je nach Unternehmen und je nach Tarif unterschiedlich.

Leistungen können per Gesetz gestrichen werden (in der Vergangenheit zum Beispiel Brillengläser, rezept­freie Medikamente für Erwachsene).

Leistungen können nicht gestrichen werden. Sie sind bis ans Lebens­ende vertraglich garan­tiert.

Es gibt finanzielle Vorgaben für Ärzte, inner­halb derer sie ihre Patienten versorgen müssen. Auch Krankenhäuser erhalten Pauschalen.

Ärzte bekommen für jede Leistung ein Honorar nach der privaten Gebühren­ordnung, die Versicherer erstatten dieses im vertraglich vereinbarten Umfang.

Recht im Streitfall

Wider­spruch kostenlos, Klage nach Sozialrecht. Geringeres Prozess­kostenrisiko: Gerichts­gebühren und Anwalts­honorare richten sich nicht nach dem Streit­wert, sondern sind gesetzlich begrenzt.

Kein gesetzlich geregeltes Wider­spruchs­recht. Klage nach Zivilrecht. Höheres Prozess­kostenrisiko: Gerichts­gebühren und Anwalts­honorare richten sich nach dem Streit­wert, ohne Begrenzung.

Verliert der Versicherte vor Gericht, muss er nur seine eigenen Kosten tragen, nicht die der Krankenkasse.

Verliert der Versicherte vor Gericht, muss er die eigenen und die Kosten des Gegners tragen, zum Beispiel auch die für teure medizi­nische Gutachten.

    Stand: 1. Oktober 2012