Der Lüneburger Krankenversicherer Landeskrankenhilfe will im kommenden Jahr 2 Prozent zum Tarifbeitrag seiner Kunden beisteuern. Den Zuschuss bietet das Unternehmen seinen rund 100.000 Kunden an, die schon vor dem 1. Januar 2000 bei ihm versichert waren, älter als 20 Jahre sind und eine private Vollversicherung bei ihm haben. Ausgleichen will es damit den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Zuschlag auf die Beiträge zur privaten Krankenversicherung. Verwenden will es dafür Mittel aus den "Rückstellungen für Beitragsrückgewähr".

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, zahlt seit Anfang 2000 bei jedem Unternehmen automatisch einen Zuschlag von 10 Prozent. Er soll zusätzlich zur Alterungsrückstellung höhere Gesundheitskosten im Alter ausgleichen und so hohe Prämien verhindern. Der Zuschlag wirkt, sobald ein Kunde 65 Jahre alt wird.

Altkunden können den Zuschlag einmalig ablehnen. Akzeptieren sie den Zuschlag, erhöht sich ihre Prämie in 2-Prozent-Schritten ab 2001 bis zum Jahr 2005 um 10 Prozent.

"Wir können die Übernahme des Zuschlags nur für ein Jahr garantieren. Für 2002 haben wir sie in Aussicht gestellt", erklärt Hans-Christian Heim, Chefmathematiker der Landeskrankenhilfe. Die Landeskrankenhilfe wolle damit ihre Altkunden ermuntern, sich für den Zuschlag zu entscheiden.

"Der Wettbewerb wird dadurch angestachelt", erwartet der Geschäftsführer des Verbands der privaten Krankenversicherung, Christoph Uleer.

Tipp:

Privat versicherte Angestellte sollten den Zuschlag akzeptieren, egal wo sie versichert sind. Ihr Arbeitgeber muss sich zur Hälfte beteiligen. Selbstständige, die den vollen Beitrag bezahlen, sollten ihn ablehnen, das eingesparte Geld aber anlegen. Dann können sie es später zum Ausgleich steigender Beiträge verwenden. Bei Beamten sind die Gesundheitskosten durch die Beihilfe im Alter so gut abgesichert, dass sie den Zuschlag nicht benötigen.

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