Der Versuch, die Finanztest-Untersuchung privater Krankenversicherungen zu stoppen, ist gescheitert. In einer gerichtlichen Auseinandersetzung verteidigte die Stiftung Warentest ihre Untersuchung für die Juli-Ausgabe von Finanztest in zwei Instanzen erfolgreich gegenüber der LVM Krankenversicherung. Die LVM hatte versucht, die Veröffentlichung des Tests zu verhindern. Das Landgericht Münster und das Oberlandesgericht Hamm haben die Einwände der LVM gegen die Untersuchungsmethode zurückgewiesen.

In der aktuellen Untersuchung hatte die Stiftung Warentest den Ansatz des Tests aus Finanztest 3/1997 fortentwickelt. Sie bewertete diesmal die einzelnen Tarife, nicht mehr vor allem die Unternehmen. Beurteilt wurden das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis der Tarife und die durchschnittliche jährliche Steigerung der Beiträge für Neukunden in den vergangenen fünf Jahren.

Die LVM hatte gefordert, auch die Bildung von Rücklagen, die später an die Kunden als Überschüsse ausgezahlt werden, in die Beurteilung einzubeziehen. Dem folgten die Gerichte nicht. Es sei nicht klar, wann und in welcher Form der einzelne Versicherte an diesen Überschüssen beteiligt werde. Deshalb sei dieses Kriterium für die Bewertung der Tarife nicht zwingend.

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